SV Markneukirchen


Die Kraft im Oberen Vogtland

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    Regelkunde: Remis und alles was dazu gehört

    Von Burkhard Atze | 11.November 2008

    Am letzten Donnerstag beim Endspiel, welches schon im Artikel [Rauchende Bretter] zu bewundern war, stellte sich die Frage, wie reklamiert man dreifache Zugwiederholung. :o
    Erstens einmal gibt es keine Regel, die eine Zugwiederholung vorsieht. Da es aber auch immer wieder vorkommt, dass falsch Remis geboten wird oder jemand nicht weiß, wie er korrekt auf Remis reklamieren soll, habe ich mich entschlossen, alles Wichtige zusammentzutragen.

    Da hätten wir zuerst den Artikel 5, der das Ende der Partie regelt.

    Artikel 5.2
    a) Die Partie ist “remis” (unentschieden), wenn der Spieler, der am Zuge ist, keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat und sein König nicht im Schach steht. Eine solche Stellung heißt “Pattstellung”. Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass der Zug, der die Pattstellung herbeigeführt hat, regelgemäß war.

    Alles klar.

    b) Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, in welcher keiner der Spieler den gegnerischen König mit irgendeiner Folge von regelgemäßen Zügen mattsetzen kann. Eine solche Stellung heißt “tote Stellung”. Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass der Zug, der die Stellung herbeigeführt hat, regelgemäß war.

    Wichtig auch bei schlechtestem Spiel des Gegners darf man nicht mehr matt setzen können.
    Beispiel:Weiß hat noch König und Turm, Schwarz hat noch König und Springer – bei Weiß fällt das Blättchen. Es gewinnt Schwarz, da ein Mattbild durch regelkonforme Züge (bei schlechtestem Spiel von Weiß) zustande kommen könnte: Weiß Kh1, Tg1 Schwarz Kh3 Sf2 – letzter Zug X. Tg1 Sf3#. Hätte Schwarz einen Läufer wäre die Partie remis, da es kein Mattbild gibt.

    c) Die Partie ist remis durch eine von den beiden Spielern während der Partie getroffene Übereinkunft. Damit ist die Partie sofort beendet (siehe Artikel 9.1).

    Wichtig ist das richtige Bieten doch dazu später.

    d) Die Partie darf remis gegeben werden, falls irgendeine identische Stellung mindestens zum dritten Mal auf dem Schachbrett entstanden ist oder sogleich entstehen wird (siehe Artikel 9.2).

    Aha es heißt also dreifache Stellungswiederholung. Die Stellung ist z.B. nicht identisch, wenn zwar alle Figuren auf den gleichen Feldern stehen aber:

    e) Die Partie darf remis gegeben werden, falls mindestens die letzten 50 aufeinander folgenden Züge von jedem Spieler gemacht worden sind, ohne dass irgendein Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen wurde (siehe Artikel 9.3).

    Die bekannte 50 Zügeregel.

    Nun kommen wir zum Artikel 9: Das Remis (die unentschiedene Partie)

    Artikel 9.1
    a) Ein Spieler, der remis anbieten möchte, tut dies, nachdem er einen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt und bevor er seine Uhr angehalten und die seines Gegners in Gang gesetzt hat. Ein Remisangebot zu einer beliebigen anderen Zeit ist zwar gültig, aber Artikel 12.6 muss berücksichtigt werden. An das Angebot können keine Bedingungen geknüpft werden. In beiden Fällen kann das Remisangebot nicht zurückgezogen werden und bleibt gültig, bis es der Gegner annimmt, mündlich ablehnt, ablehnt durch Berühren einer Figur in der Absicht, diese zu ziehen oder zu schlagen, oder die Partie auf andere Weise beendet wird.
    (12.6 Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören. Dazu gehört auch ungerechtfertigtes Antragstellen oder ungerechtfertigtes Anbieten von remis.)

    Also immer:

    1. Zug ausführen
    2. Remis bieten
    3. Uhr drücken

    Es ist eine Unsitte, auf des Gegners Zeit Remis zu bieten und ihn dadurch zu stören, besonders in der Zeitnotphase.

    b) Das Remisangebot wird von jedem Spieler mit einem Symbol (siehe Anhang E13 =) auf dem Partieformular notiert.

    Wer von euch macht dies immer? Ihr seid dazu verpflichtet.

    c) Ein Antrag auf remis gemäß Artikel 9.2, 9.3 oder 10.2 gilt als Remisangebot.

    - und kann ohne Hinzuziehen eines Schiedsrichters auch sofort angenommen werden.

    9.2 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des Spielers, der am Zuge ist,
    wenn dieselbe Stellung mindestens zum dritten Mal (nicht notwendigerweise durch Zugwiederholung)
    a) sogleich entstehen wird, falls er als erstes seinen Zug auf sein Partieformular schreibt und dem Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug ausführen zu wollen, oder
    b) soeben entstanden ist und der Antragsteller am Zug ist.
    Stellungen unter a) und b) gelten als gleich, wenn der gleiche Spieler am Zuge ist, Figuren der gleichen Art und Farbe die gleichen Felder besetzen und die Zugmöglichkeiten aller Figuren beider Spieler gleich sind. Stellungen sind nicht gleich, wenn ein Bauer, der en passant geschlagen werden konnte, nicht mehr auf diese Weise geschlagen werden kann, oder wenn sich das Recht zu rochieren vorübergehend oder endgültig geändert hat.

    Zu a): Ihr wollt die dreifache Stellungswiederholung herbeiführen:

    1. Zug aufschreiben – das ist der einzige Fall in dem es erlaubt, ja sogar notwendig ist seinen Zug aufzuschreiben bevor man zieht.
    2. Remis reklamieren – wichtig: Uhr anhalten – aber nicht ausstellen

    Zu b): Sofort reklamieren und Uhr anhalten, das Berühren einer Figur lässt einen das Reklamationsrecht verlieren.

    Artikel 9.3
    Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des Spielers, der am Zuge ist, falls
    a) er einen Zug auf sein Partieformular schreibt und dem Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug ausführen zu wollen, der zur Folge habe, dass dann die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge eines jeden Spielers gemacht worden sind, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist, oder
    b) die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge eines jeden Spielers geschehen sind, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist.

    Siehe Bemerkung zu 9.2

    9.4 Wenn ein Spieler einen Zug macht, ohne gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis beansprucht zu haben, verliert er für diesen Zug das Recht dazu.

    Dazu genügt das Berühren einer Figur.

    Artikel 9.5
    Wenn ein Spieler gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis beansprucht, muss er sofort beide Uhren anhalten. Er ist nicht berechtigt seinen Antrag zurückzuziehen.
    a) Erweist sich der Anspruch als berechtigt, ist die Partie sofort remis.
    b) Erweist sich der Anspruch als nicht berechtigt, fügt der Schiedsrichter drei Minuten zur verbliebenen Bedenkzeit des Gegners hinzu. Außerdem zieht der Schiedsrichter dem Antragsteller, falls dieser noch mehr als zwei Minuten auf seiner Uhr hat, die Hälfte seiner Restbedenkzeit, höchstens aber drei Minuten, ab. Falls der Antragsteller weniger als zwei Minuten, aber mehr als eine übrig hat, wird seine Restbedenkzeit auf eine Minute gestellt. Falls der Antragsteller weniger als eine Minute übrig hat, nimmt der Schiedsrichter keine Änderung an seiner Uhr vor. Dann wird die Partie fortgesetzt und der angekündigte Zug muss ausgeführt werden.

    Alles klar.

    Artikel 9.6
    Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, aus welcher ein Matt durch keine erdenkliche Folge von regelgemäßen Zügen, selbst bei ungeschicktestem Spiel, erreichbar ist. Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, der Zug, der diese Stellung herbeiführte, war regelgemäß.

    Wie oben schon beschrieben.

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    Topics: Allgemein | 1 Kommentar »

    Ein Kommentar to “Regelkunde: Remis und alles was dazu gehört”

    1. Der ominöse Artikel 10.2 | SV Markneukirchen e.V. meint:
      21.Dezember 2008 at 19:43

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