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Der ominöse Artikel 10.2
Von Burkhard Atze | 21.Dezember 2008
Im Mannschaftskampf zwischen Waldkirchen I und Ehrenfriedersdorf beantragte Bernd Gündel Remis nach Artikel 10.2. Das warf bei einigen Schachfreunden Fragen auf, die im letzten Regelbeitrag zum [Remis] nicht beantwortet wurden. Worum geht es also?
Die älteren Schachspieler unter uns können sich noch an Hängepartien erinnern. Als diese abgeschafft wurden entstand ein neues Problem – die sogenannte Endspurtphase der Partie. Damit man in der letzten Zeitperiode nichtg unfair über die Zeit gehoben werden kann haben die Regelväter den Artikel 10.2 erschaffen.
Der leider viel zu früh verstorbene Willi Knebel hat dieses Thema in seinen [Regel-FAQ bei den SF Katernberg] ausführlich behandelt ich habe relevante Artikel herausgesucht:
[Ausführliche Erklärung - Eingangsartikel]. Darauf hin entstand eine rege Diskussion, die sich in mehreren Beiträgen niederschlug:
[Wie schnell muss man ziehen?]
[Anmerkungen]
[Wann reklamieren?]
[Anmerkungen von ISR Klaus Deventer]
Beim Stöbern in den FAQ wird man auch auf weitere Beiträge zu 10.2 stoßen deren Relevanz geringer ist.
Für alle, die sich nicht die Zeit nehmen wollen dies alles durchzulesen, von mir eine kleine hoffentlich korrekte Zusammenfassung:
10.1 Die “Endspurtphase” ist die Phase in einer Partie, in welcher alle (verbleibenden) Züge in einer begrenzten Zeit gemacht werden müssen.
Es geht also nur um die letzte Zeitperiode.
10.2 Wenn der Spieler, der am Zuge ist, weniger als zwei Minuten Restbedenkzeit hat, darf er, bevor sein Fallblättchen gefallen ist, remis beantragen. Er muss die Uhren anhalten und den Schiedsrichter herbeirufen.
Man muss weniger als zwei Minuten Zeit haben und zwingend die Uhr anhalten.
Im Mannschaftskampf ohne neutralen Schiedsrichter ist hier die Partie zu ende. Beide Spieler müssen ihre Spielformulare abgeben. Nun tritt Anhang D in Kraft.
D. Endspurtphase ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters
D Wenn Partien gemäß Artikel 10 gespielt werden, kann ein Spieler zu einem Zeitpunkt, bei dem ihm weniger als zwei Minuten Bedenkzeit verbleiben, aber sein Fallblättchen noch nicht gefallen ist, remis beantragen. Dies beendet die Partie. Er hat die Möglichkeit, seinen Antrag darauf zu begründen, dass
a) sein Gegner mit normalen Mitteln nicht gewinnen könne, oder
b) sein Gegner keine Versuche unternommen habe, mit normalen Mitteln zu gewinnen.
Im Fall a) muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und sein Gegner muss sie bestätigen.
Im Fall b) muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und ein komplett ausgefülltes Partieformular abgeben. Der Gegner bestätigt sowohl die Partieaufzeichnung als auch die Schlussstellung. Der Antrag wird einem Schiedsrichter übergeben, dessen Entscheidung endgültig ist.
Dieser Schiedsrichter ist bei uns der Staffelleiter.
a) Falls der Schiedsrichter darin übereinstimmt, dass der Gegner keine Anstrengungen unternehme, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen, oder dass die Partie mit normalen Mitteln überhaupt nicht zu gewinnen sei, erklärter die Partie für remis. Andernfalls schiebt er seine Entscheidung hinaus oder lehnt den Antrag ab.
b) Falls der Schiedsrichter seine Entscheidung hinausschiebt, dürfen dem Gegner zwei zusätzliche Minuten zugesprochen werden und die Partie wird fortgesetzt, wenn möglich im Beisein des Schiedsrichters. Später während der Partie oder nachdem ein Fallblättchen gefallen ist, bestimmt der Schiedsrichter das Spielergebnis. Er muss die Partie für remis erklären, falls er zu der Überzeugung gekommen ist, dass die Endstellung mit normalen Mitteln überhaupt nicht zu gewinnen ist oder der Gegner keine genügenden Anstrengungen unternimmt, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen.
Bitte bewerte den Artikel:c) Falls der Schiedsrichter den Antrag abgelehnt hat, werden dem Gegner zwei zusätzliche Minuten Bedenkzeit zugesprochen.
d) Die Entscheidung des Schiedsrichters in Bezug auf 10.2.a), b) und c) ist endgültig.
Topics: Allgemein | 2 Kommentare »
9.Januar 2009 at 20:47
[...] Kommentare Völz,Stephan bei Rehm beschert nach schwachem Start sich selbstDer ominöse Artikel 10.2 | SV Markneukirchen e.V. bei Regelkunde: Remis und alles was dazu gehörtRehm gewinnt glücklich : Schach im Vogtland bei [...]
10.Januar 2009 at 15:52
[...] Waldkirchner Seite eine falsche Begründung für ihren Antrag gewählt. Wie schon im Beitrag zum [Artikel 10.2] dargelegt, geht es nicht darum, ob die Partie mit normalen Mitteln gewinnbar ist oder nicht. [...]