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Ein Jubilar, eine Meisterschaft und der Modus 12
Von Burkhard Atze | 9.Januar 2009
Claus-Peter Franke beschloss seinen 65. Geburtstag zünftig bei einer Partie Schach zu zelebrieren. Das hatte für ihn den Vorteil, dass er die Glückwünsche und den Präsentkorb des Vereins entgegen nehmen konnte und für die anwesenden Schachspieler, dass ihnen zwei Getränke gesponsort wurden.
Lediglich 15 Schachspieler fanden sich im “Sächsischen Hof” ein um die Markneukirchner Stadtmeisterschaft zu beginnen. Da vier Spieler sich vorher entschuldigt hatten, kommen wir wenigstens auf 19 [Teilnehmer]. Das sind vier weniger als im Vorjahr und wie im Vorjahr schmoren wir im eigenen Saft, kein Gast verirrte sich nach Markneukirchen.
Nach der Gratulationskur für Claus-Peter und dem Hinweis auf die am Sonntag beginnende Obervogtlandmeisterschaft sagte Burkhard noch etwas zum neuen Bedenkzeitmodell. Da der SV Markneukirchen nun über genug digitale Uhren verfügt wurde beschlossen, in der Stadtmeisterschaft einmal die neue Fischer-Bedenkzeit auszuprobieren, zumal dise in allen Turnieren zur Deutschen Meisterschaft zur Anwendung kommt. Wir entschieden uns für den Modus 12 auf den Silver-Schach-Timern (90 min für 40 Züge +15 min und +30sec pro Zug). Diese Bedenkzeitregelung hat den Vorteil, dass man keine Spieler zum Mitschreiben an Zeitnot-Brettern mehr benötigt. Da man bei jedem Zug 30sec. dazu bekommt, muss man auch immer mitschreiben – auch mit weniger als 5min auf der Uhr.
Außerdem entfällt die Remisreklamation nach [Artikel 10.2]. Keine Vorteile ohne gewisse Nachteile – das genaue Ende der Runde kann nicht exakt vorausgesagt werden, da Seeschlangen-Partien nicht durch Blättchenfall beendet werden.
Dann starteten die [Partien der ersten Runde]. Wie man sieht gab es vom Ergebnis her keine Überraschungen, die Favoriten konnten sich mehr oder weniger souverän durchsetzen.
Als erster gewann Senior Karlheinz Sandner gegen Jungspund Uwe Langholz. Bemerkenswert an dieser Partie war, dass Uwe nach 47 Zügen fünf Minuten mehr auf der Uhr hatte als am Beginn der Partie.
Auch Präsident Benno Klaus hatte beim Ende seiner Partien nicht viel weniger Zeit auf der Uhr als am Anfang. Aber auch hier zahlte sich das Schnellspielen nicht aus.
Schöne Mattbilder gab es in den Partien Pötzsch – Wander und Atze – S. Dreier zu bewundern. Klaus Wagner stellte gegen Gerd Sandner einen Turm ein, danach lies sich der Vereinsmeister die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.
Frank Weller gelang gegen Elke Hartl eine schöne Kombination, worauf die einzige Frau des Turniers die Waffen streckte.
Am längsten spielten Michael Straube und Claus-Peter Franke gegeneinander. Schnell hatte Claus-Peter Vorteil erhalten und konnte den Turm und Bauern gegen zwei Figuren tauschen und sich obendrein das Läuferpaar sichern. Aber Michael verteidigte sich kreativ und plötzlich mit verdoppelten Türmen war die Sache nicht mehr so klar. Kurz nach seinem von Claus-Peter abgelehnten Remisgebot, stellte Michael mit nur noch 7 Sekunden auf der Uhr im 40. Zug die Türme in eine Springergabel. Nun konnte er nicht loslassen und quälte Claus-Peter und die verbliebenen Anwesenden, die auf die [Auslosung der zweiten Runde] warteten, noch bis zum 66. Zugnach Mitternacht.
Claus-Peter bemerkte er hätte ob des 65. Geburtstags schon einen Zug früher aufgeben können. Dazu muss der Autor als Mathematiker seinen Senf dazu geben: Michael hat genau richtig im 66. Zug aufgegeben, da Mitternacht schon vorbei war, hatte ja das 66. Lebensjahr von Claus-Peter schon begonnen.
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