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Entscheidung zum Antrag nach Artikel 10.2 (Korrektur)
Von Burkhard Atze | 10.Januar 2009
In seinem [Rundenbericht] erklärt der Staffelleiter, dass er den Antrag ablehnt. Eine ausführlichere Begründung hätte man sich gewünscht. Ich will versuchen darzulegen, warum die Entscheidung nur so lauten konnte.
Es heißt dort:
In Waldkirchen gab es an Brett 2 einen Remisantrag gemäß Anhang D der FIDE-Regeln durch Weiß. Er wurde begründet, dass die Stellung nicht mit normalen Mitteln gewinnbar ist. Auf Grund
meiner Entscheidung gewinnt Schwarz die Partie.
Wie es scheint, hat die Waldkirchner Seite eine falsche Begründung für ihren Antrag gewählt. Wie schon im Beitrag zum [Artikel 10.2] dargelegt, geht es nicht darum, ob die Partie mit normalen Mitteln gewinnbar ist oder nicht. Sondern ob die eine Partei Gewinnanstrengungen unternimmt oder nicht. Das ist so leider falsch.
In Wettkäpfen ohne neutralen Schiedsrichter tritt Anhang D in Kraft:
D. Endspurtphase ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters
D Wenn Partien gemäß Artikel 10 gespielt werden, kann ein Spieler zu einem Zeitpunkt,
bei dem ihm weniger als zwei Minuten Bedenkzeit verbleiben, aber sein Fallblättchen
noch nicht gefallen ist, remis beantragen. Dies beendet die Partie. Er hat die
Möglichkeit, seinen Antrag darauf zu begründen, dass
a) sein Gegner mit normalen Mitteln nicht gewinnen könne, oder
Offensichtlich geht es um diesen Fall. Die Partie ist beendet und wie weiter unten dargelegt wird, muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und sein Gegner muss sie bestätigen.
b) sein Gegner keine Versuche unternommen habe, mit normalen Mitteln zu gewinnen.
Im Fall a) muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und sein Gegner muss sie bestätigen.
Im Fall b) muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und ein komplett ausgefülltes Partieformular abgeben. Der Gegner bestätigt sowohl die Partieaufzeichnung als auch die Schlussstellung. Der Antrag wird einem Schiedsrichter übergeben, dessen Entscheidung endgültig ist.
In Wettkämpfen mit neutralem Schiedsrichter muss man beim Weiterspielen zeigen, dass man den Weg zum Remis kennt. Zum Beispiel mit dem König die richtigen Felder überdeckt oder Ähnliches.
Da im vorliegenden Fall die Möglichkeit des Weiterspielens nicht bestand, muss des Partieverlauf bis zum Antrag zeigen, dass der Antragsteller den Weg zum Remis so sicher beherrscht, dass es selbst in seiner hochgradigen Zeitnot keinen Fehler mehr macht. Leider auch falsch.
Offensichtlich konnte der Staffelleiter dies aus dem Partieverlauf nicht erkennen un musste dann so entscheiden.
Der Staffelleiter hat also entschieden, dass die Partie mit normalen Mitteln gewinnbar ist. Vielleicht hätte Bernd Gündel seinen Antrag mit D Fall b) begründen sollen, dann wäre es auf den Partieverlauf angekommen.
Ich danke dem Forenmitglied
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