« Zweite hält Markneukirchens Fahne hoch | Home | Yes, we may! »
Keine Schlappe – nur eine Niederlage gegen Wilkaus junge Wilde
Von Frank Weller | 19.Januar 2009
2. Landesklasse: Wilkau-Haßlau II – SV Markneukirchen I
Gegen niemanden anderen als den Staffelfavoriten zogen wir am Sonntag ins Feld. Auch wenn man sich Niederlagen nicht von vornherein einreden sollte (es gibt bekanntlich diesen schönen Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung), müssten wir uns bei allzu optimistischer Einschätzung der Begegnung wohl Realitätsverlust vorwerfen lassen.
Nun, das wollen wir nicht; wir wissen schon, wo wir stehen. Von daher hatten wir nicht mehr als eine krasse Außenseiterchance. Das Gesicht zu wahren, nicht höher als 6:2 zu verlieren, hieß das Rundenmotto.
Als Ersten erwischte es Karl-Heinz. Ein Eröffnungsfehler gab seinem Gegner die Chance, sofort einen Generalangriff zu starten, was Karl-Heinz zwang, die Dame gegen zwei Leichtfiguren zu geben. Er spielte zwar weiter, wusste aber zugleich, dass sich da nichts mehr holen lassen würde.
Das nächste Ergebnis schrieb Matthias. Er machte es eröffnungsmäßig besser als sein Vorgänger und erhielt eine Stellung, die eine Dosis berechtigter Hoffnung enthielt. Allerdings ließ sich aus der Hoffnung allein noch kein Gewinn erzielen. Sein jugendlicher Gegner löste sein Läuferpaar auf, um Matthias einen Doppelbauern zu verschaffen, welcher für das Endspiel keine Gewinnambitionen mehr zuließ. Nachdem nur noch die Schwerfiguren auf dem Brett standen, welche sich ein Tauziehen um die noch verbliebenen Bauern lieferten, bot Matthias ein versöhnliches Remis, was dem Wilkauer gewisse Entscheidungszwänge abnahm.
Der nächste Tatort war Brett 4. Zum Täterprofil: Der Wilkauer Kay Schaarschmidt hat noch ein unberührtes, ausschließlich positives Punktekonto in der laufenden Punktspielsaison. Obwohl Burkhard erkannte, dass Weiß sich im O`Kelly für die als weniger stark geltende Variante entschied, konnte er den versunkenen Schatz an Theoriekenntnissen nicht vollständig heben und ging das weitere Spiel zu offensiv an, was die weiße Stellung wieder konsolidierte. Ein Figurenopfer brachte Burkhard eine Pseudo-Angriffsmöglichkeit ein, in deren Folge allerdings seine eigene Dame eingefangen wurde.
Dann fiel Gerds Partie an Brett 1. Ein Damenflügel-Angriff im Bird brachte ihm einen Freibauern ein, welcher sich als Schwächling herausstellte. Bevor er diesen verlor, entschied sich Gerd für ein Qualitätsopfer mit der Idee, einen Königsangriff zu forcieren. Ein Remisangebot wurde vom starken Wilkauer abgelehnt. Berechtigt – wurde die weiße Stellung doch bei zunehmender Zeitnot immer schlechter mit der Folge: Verlust einer verlorenen Partie durch Zeitüberschreitung.
Das ganze Gegenteil spielte sich an Brett 5 ab. Bernd zertrümmerte wieder. Die beiden Schlappen hat er gut verwunden und setzt jetzt wieder da an, wo er vor Seiffen aufgehört hat. Ich habe es schon oft erwähnt, dass wir eigentlich nicht wissen, wie Bernd das immer wieder hinkriegt, aber dass er es hinkriegt, finden wir sehr in Ordnung. Auf dem Brett sieht `s aus wie Pizza furiosa, aber er hat den Killerinstinkt, um seine Angriffe durchschlagen zu lassen. So auch in der Partie gegen Anja Schulz, D4-Kaderspielerin des Schachverbandes Sachsen. Erst opferte er im Grand-Prix-Angriff einen Läufer, um einen Königsangriff einzuleiten, bekam dann 3 Bauern und seinen Angriff. Das zog er dann durch.
Meine Partie gegen Rainer Staudte wurde dadurch polarisiert, dass ich zwei Leichtfiguren gegen Turm und Bauer gab, um eine aktive Stellung zu erhalten. In der Fortsetzung und der weiteren Abwicklung der Figuren musste ich recht zufrieden mit einem Remis sein.
Fast gleichzeitig stolperte Ralf über die Ziellinie. Auch dort ging es unentschieden aus. Ralf hätte selbst bei noch längerem Spiel mit einem Mehrbauern nicht viel ausrichten können, so dass er sich vielleicht etwas unangenehm an voriges Jahr erinnert fühlte, als er in besserer Stellung gegen David Klemm auch nur einen halben Punkt holen konnte.
In der letzten noch laufenden Begegnung war Boris Miguel Rivera gegen Steffen der klare Favorit. Unser Mannschaftsboss wehrte sich nach Kräften und musste sich erst nach einer Ungenauigkeit im Endspiel geschlagen geben, als der Wilkauer einen Bauern durchdrücken konnte.
Die Abrechnung: Wilkau II hat sich uns als klarer Aufsteiger in die 1. Landesklasse präsentiert. Dieser jungen Mannschaft gehört die Zukunft, und wir dürfen uns einig darin sein, dass das Ende der Fahnenstange für sie noch längst nicht erreicht ist. Trainer und die Mannschaft selbst haben ein solides Fundament gelegt, um darauf aufzubauen. Wir dürfen mit 2,5 Punkten noch ganz zufrieden sein, andere Mannschaften haben höher verloren. Die Stimmung nach unserer Niederlage war locker, was sicher zum Teil auch daran gelegen hat, dass man aus soviel geballter Schachjugend viel Optimismus für unser Lieblingshobby schöpfen durfte. So lebt Schach.
Was ist sonst noch passiert am 6. Spieltag? Herzlichen Glückwunsch unserer Zweiten, welche souverän in Lichtentanne einen schönen dritten Tabellenplatz eingefahren hat. Den größten Anteil am gestrigen 5:3-Erfolg hatte zweifellos (die anderen sollten mir deshalb nicht böse sein) die Familie Sandner. Es ist so schön, dass es extra erwähnt werden darf. Karlheinz und Töchter fuhren allein schon 3 Punkte ein! Damit hat unsere 2. Mannschaft schon in der 6. Runde ihr Saisonziel erreicht, welches lautete, einen stabilen Mittelplatz ohne Abstiegssorgen zu erkämpfen.
Bemerkenswert an den gestrigen Ergebnissen in der 1. Bezirksklasse ist der deutliche Sieg von Bösenbrunn über die zuletzt sehr sicher aufspielenden Adorfer. Außerdem ist das gesamte Unterhaus von Plauen IV zusammengebrochen, was für die hohe Niederlage sorgte.
Unsere Dritte wartet immer noch auf den saisonrettenden Sieg. Sie ging gegen die im Mittelfeld der 2. Bezirksklasse liegenden Lichtensteiner 2,5:5,5 ein.
(Frank Weller)
Bitte bewerte den Artikel:Topics: Allgemein, Mannschaften | 3 Kommentare »
21.Januar 2009 at 00:36
Also der Bericht ist für unser einer sehr angenehm zu lesen. Junger Wilder wurde ich allerdings in letzter Zeit nicht mehr genannt. Im DSB laufe ich bereits unter Jungsenior
21.Januar 2009 at 01:26
Unsere Jugend sagt Danke, zu diesen schönen Beitrag. Findet man selten !! … und das kommt nicht nur von mir. Nachzulesen http://www.svm-schach.de
Wir kommen zu Ostern,da habt Ihr genug Zeit zum üben. ………… und Könige warm anziehen ich bringe Verstärkung mit !! stv
21.Januar 2009 at 15:32
Schön, dass Euch der Beitrag gefällt – Frank hat sich wieder einmal selbst übertroffen.
Für Eure HP müsst Ihr noch Autoren finden, die aktuell schreiben. 1./3./4. Mannschaft – die 5. ist ja auf der Jugenseite gut aufgehoben.