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Rückblick 14. Friedrichrodaer Schachopen
Von Burkhard Atze | 17.August 2010
Zuerst nochmals die Statistik:
| [Alle Runden] | [Fortschrittstabelle] | [Teilnehmerformulare] |
| [inoffizielle DWZ-Auswertung] | [inoffizielle ELO-Auswertung] | Dank an die Organisatoren. |
Bericht: Mit einem Eklat bei der Siegerehrung endete das 14. Friedrichrodaer Schachopen, das letzte unter der Verantwortung von Götz Preuße.
Doch der Reihe nach. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, das der SV Empor Erfurt Interesse hat, das Turnier weiterzuführen. Vor der ersten Runde erschien zusammen mit FM Dr. Bernd Baum auch GM Thomas Luther, um mit Götz Preuße die Möglichkeiten auszuloten.
Die Zimmer im Ramada-Hotel waren wie immer akzeptabel. Wir hatten sogar einen Balkon – allerdings ohne Dach, so war dieser wetterbedingt kaum zu nutzen. In der ersten Runde konnte nur ein Underdog gewinnen, fünf konnten ein Remis erreichen. Am meisten überraschte sicher das Remis des top-gesetzten Serben Stevan Jovic (ELO 2310) gegen Guntram Hilbenz (ELO 1920).
Burkhard und Florian verloren in der ersten Runde erwartungsgemäß. Burkhard war wohl noch im Schnellschachmodus und Florian musste sich erst an ein solches Turnier gewöhnen.
Die Spielbedingungen waren hervorragend. Jeder Spieler, auch an den letzten Brettern, hatte genug Platz, für ausreichende Belüftung war immer gesorgt. Ab 18:45 gab es dann auch einen Analyseraum mit Ausgang zur “Raucherterrasse”.
Am Donnerstag gab es eine Doppelrunde. Vormittags konnten schon zwei schwächer eingeschätzte Spieler gewinnen und es gab mehr Remisen. Burkhard erreichte in der Eröffnung gegen Veranstalter Götz Preuße Vorteil, hatten dann aber überraschend viel Mühe diesen in einen ganzen Punkt zu verwandeln. Florian verlor wiederum einigermaßen chancenlos, sein Gegner sollte aber im Laufe des Turniers noch auf sich aufmerksam machen. Der erste Teilnehmer schied aus, bis zum ende der Turniers sollten sechs oder sieben Schachfreunde, mit mehr oder weniger triftigen Gründen, das Turnier verlassen. Liedtragender war unter anderen auch Burkhard, da Götz Preuße nach der Runde auch ausschied, um das Teilnehmerfeld wieder geradzahlig zu machen.
Die Nachmittagsrunde brachte 1,5 Punkte für die Markneukirchner Schachfreunde. Florian konnte seinen ersten halben Punkt ergattern und Burkhard siegte in einer interessanten Albins-Gegegambit-Partie. An der Spitze waren nach der Runde nur noch zwei Schachfreunde verlußtpunktfrei und einen halben Punkt dahinter folgten sechs Spieler.
Am Freitag gab es nur eine Runde und danach einen freien Nachmittag. Florian holten seinen erste Sieg gegen einen wertzahllosen Gegner. Er konnte in der Partie seine besseren Theoriekenntnisse im Spanier gewinnbringend umsetzen. Burkhard verlor schon in der Vorbereitung. Statt des erwarteten Sizilianers kam ein Franzose aufs Brett und der Gegner hatte Burkhards Variante herausgefunden und sich entsprechend vorbereitet. Burkhard traf früh in der Partie eine falsche Entscheidung und hatte den schwarzen Figuren später nur noch wenig entegegenzusetzen. Nach der Runde führten fünf Spieler mit 3,5 Punkten gefolgt von vier Spielern einen halben Punkt dahinter. Jovic hatte wieder zur Spitze aufgeschlossen.
Den Nachmittag bei schönem Wetter nutzten wir zu einem Ausflug in das Städtchen und danach zur Partievorbereitung. Bei Florian konnten wir relativ sicher von der Alapin-Variante im Sizilianer ausgehen und schauten uns einige kritische Varianten an. Burkhard hoffte gegen einen 1. Sf3- Spieler auf einen unsymmetrischen Engländer. Abends trafen wir uns mit eineigen Schachfreunden zuerst im Brauhaus und später in der [Forstklause] um des Kaisers Abschiedsspiel zu sehen.
Florians vorbereitung schlug ein wie eine Bombe, er benötigte nur 10 Züge, um Mike Wahlicht (DWZ 1905/ELO 2021) zu besiegen. [Partie zum Nachspielen]
Burkhard Vorbereitung lief wieder ins Leere. Nach verpatzter Eröffnung konnte er sich wieder zurück in Spiel kämpfen und bot Remis. Sein Gegner hatte einen Unfall mit seinen Gehhilfen auf nassem Untergrund, nahm an und verließ das Turnier.
Nach der Runde übernahm Jovic die alleinige Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Vier Spieler mit vier Punkten verfolgen ihn, darunter der Dresdener Rainer Siegmund und der Münsterländer Helmuth Haselhorst. Diese beiden führen auch die Wertung der Pädagogen an.
In der sechsten Runde kommt es zum Spitzenduell FM Dr. Baum – Jovic mit besserem Ende für den Serben. Auch Siegmund und Haselhorst siegen, so bilden diese drei die Spitze vor der letzten Runde. Florian muss gegen Frank Kunow (DWZ 1906/ELO 2049) gleich in der Eröffnung einen Bauern geben, kann dann aber lange mitthalten. Erst das Fressen eines vergifteten Bauern machte ihm letztendlich den Garaus. Burkhard erreichte in seinem geliebten Mittelgambit eine vorteilhafte Stellung, fand aber dann nicht die besten Züge, so dass der Vorteil wieder verdampfte. Übrig blieb ein totremises Endspiel.
Die Vorbereitung auf die siebente Runde ließ bei Florian Pirc-Ufimzew und bei Burkhard das Hodgson-Angriff erwarten. Während es bei Florian wenigstens Pirc blieb, wenn auch nicht die bevorzugte Variante, lag Burkhard wieder daneben. Burkhard bot nach zehn Zügen Remis, was sein Gegner – wohl auch nicht glücklich mit Turnier und Stellung – annahm. Florian musste noch lange um sein Remis gegen Guntram Hilbenz (Da war doch was? Ach ja, Remis gegen Jovic in Rune eins.) kämpfen. In einer von beiderseitigen, vor allen strategischen, Fehlern geprägten Partie, bot ihm sein Gegner schließlich Remis.
In der letzten Runde endeten viele Partien schon frühzeitig Remis. Das ermöglichte dem jungen Saarländer Frederik Fries noch auf den zweiten Platz vorzustoßen. Dritter wurde Rainer Siegmund, ein alter Schachfreund von Claus-Peter Franke, vor Helmuth Haselhorst, der gegen Jovic ein Remis erreichte.
Nachdem die ersten vier ihre Geldpreise erhalten hatten, bekam Burkhard überaschend Pokal und ersten Preis des Pädagogencups. Siegmund und Haselhrst hatten ja Hauptpreise erhalten und der Dritte in der Pädagogenwertung Prof. Willems war nicht anwesend. So gab es noch eine freudige Überraschung für Burkhard, der nur mit dem zweiten Geldpreis gerechnet hatte.
Bei der Verteilung der Ratingpreise kam es zum angesprochenen Eklat. Als einige judendliche Schachfreunde eine Carl-Zeiss-Jena-Fahne schwenkten, brach Götz Preuße, selbst bekennender Rot-Weiß-Erfurt-Fan, die Siegerehrung ab.
Darunter musste besonders Florian leiden, der seinen Preis als bester Spieler unter DWZ 1400 so nicht entgegennahmen konnte. Schade das ein ansonsten so harmonisches und familiäres Turnier einen solchen Abschluss finden musste.
Als Fazit für unsere Markneukirchener Teilnehmer können wir festhalten.
Burkhard erspielte sich ein DWZ-Plus von 19 Punkte eine ELO-Halbzahl von 1971 und bekam noch einen schönen Geldpreis nebst Pokal. Florian spielte eine DWZ-Leistung von 1647 und eine ELO-Halbzahl von 1816. Sein Ziel mindestens zwei Punkt und ein Platz unter den ersten vierzig erreichte er locker. Wir sehen hoffentlich von ihm noch mehr solche starken Leistungen.
Picasa-Alben:
[Eröffnung]
[Runde 2 und 3]
[Runde 4 - Siegerehrung]
Ich freue mich auf Anfang November. In Gotha findet dann mit dem Waldschach-Cup das letzte Turnier mit Veranstalter Götz Preuße statt.
Bitte bewerte den Artikel:Topics: Allgemein, Turniere | 2 Kommentare »
17.August 2010 at 16:27
[...] Beim Friedrichrodaer Schachopen konnten sowohl Florian Thiele (Bester unter DWZ 1400 mit einer Leistung von 1647) und Burkhard Atze (Pädagogenpreis) Preise gewinnen. Auf der Markneukirchner Seite erschien der [Abschlussbericht] [...]
25.August 2010 at 07:10
Es war ein super schönes Turnier und ich habe super Leute kennengelernt. Wir sehen uns in Chemnitz und dann wieder in Gotha. Ich freue mich schon darauf.
Bis dahin alles Gute
Andre