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Lockeres Spiel
Von Frank Weller | 12.Dezember 2011
Bezirksliga: Cranzahl-SVM I 2,5:5,5
Eigentlich wollten wir ja gar nicht antreten. Eigentlich sollten bei uns ein paar Leute fehlen. Eigentlich sollte man sich auf eine Spielverlegung einigen können, wenn eine Mannschaft darum bittet. Eigentlich auch, wenn es nur etwas über eine Woche vor dem Spieltermin ist. Eigentlich…Dem wurde aber nicht zugestimmt. Unser Mannschaftschef Steffen wurde darauf hingewiesen, dass es zu spät sei, alles sei bereits vorbereitet und in die Wege geleitet. Na, wenn es denn so ist, dann muss es halt so sein. Es wurde alles mobilisiert und zu guter Letzt waren wir sogar fast vollzählig.
Die Letzten von uns reisten 10 Minuten vor 9 in Cranzahl an – da stand die Mannschaft noch vor dem Haus. Der Saal, in dem gespielt werden sollte, war zu. Nach 9 konnten wir rein, Viertel nach 9 (neudeutsch) wurden die Paarungen vorgetragen. Aber sonst war eigentlich alles vorbereitet…Eigentlich.
Nun denn, wir jedenfalls waren auch gut vorbereitet und spielten frisch auf. Ute bemerkte: “Die spielen heute alle, als wenn ’s um nix geht” – und meinte dabei uns und sich selber. Sie “probierte” dann auch prompt ganz locker was und hatte sofort eine Qualität mehr. Sie griff weiterhin beherzt zu und machte den vollen Punkt.
Vorher allerdings spielte sich Claus-Peter Franke frei und erkämpfte sich eine Mehrfigur. Eine scöne Kombination, in der er zwei Bauern gab, ermöglichte dies. Auch hier ging es anschließend noch munter weiter und im weiteren Verlauf stand ein zweizügiges Matt auf dem Brett. Sein Gegner zog es daraufhin vor, nicht mehr zu ziehen und ließ das Brett fast eine Dreiviertelstunde stehen. Ist man in einem solchen Fall eigentlich verpflichtet, im Raum zu bleiben und seinen Gegner im Auge zu behalten, dass dieser den Spielsaal nicht regelwidrig verlässt? Muss man das wirklich? Nur mal angenommen, man könnte den Schiedsrichter nicht einmal dafür sensibilisieren, darauf zu achten, wenn es sich dabei um den Schiedsrichter selbst handeln würde? Bizarr!
Ohne ein Wort wurde dann nebenbei die Uhr angehalten. Weiter nichts. Claus-Peter musste erst nachfragen, was das denn jetzt für den Ausgang der Partie bedeute. Keine Antwort. Die hingehaltene Hand konnte man allenfalls deuten, aber verbal oder symbolisch kam da nichts. Kein König wurde umgelegt. Ein König fällt nicht.
Bei meinem Brett ging es “nur” um Remis. Ich konnte mir einen gedeckten freien Randbauern erkämpfen, es wurde allerdings ein Springerendspiel mit Einzelbauer daraus. Ich möchte den sehen, der da sagt, das wird immer zwingend Remis. Mein Gegner jedenfalls schon, als er erklärte, ich müsse es doch endlich einsehen! Die Szene, die sich danach abspielte, war nicht so ganz internet(t), weshalb ich sie auch nicht näher beschreiben möchte. Es hatte mit Aufgeben zu tun, wenn man 2 Züge vor dem Matt steht, und dem Recht weiterzuspielen, auch wenn es oberflächlich nach Remis aussieht. Just in der Situation sagt mir der Fritz in der Analyse, ich könnte zwingend in 35 Halbzügen mattsetzen! Ich war jedoch zu wenig fritze, und weg war der Sieg. Als mein König und mein Springer dem einzelnen weißen König gegenüberstanden, wurde am Brett von einer außenstehenden Person (also dritte Person Einzahl) erklärt, jetzt tritt die 50-Züge-Regel in Kraft. Gnädig und mit kuzem Blick nach oben breite ich an dieser Stelle das weiße Tuch des Schweigens über die Groteske.
Alles weitere lässt sich zügig erklären. Steffen Pötzsch remisierte in ausgeglichener Stellung. Gerd Sandner dachte nicht, dass sein Mehrbauer für einen Gewinnweg reichen würde, nachdem sein Gegner eine recht erdrückende Atmosphäre geschaffen hatte, und war mit einem Remis (fast) zufrieden. Burkhard Atze setzte noch schnell einen Emrald-Glanzpunkt, indem er eine Qualität opferte, um sich anschließend den Turm blank zurück zu holen. Sein Gegner gab allerdings vorher auf. Burkhard hatte schon die ganze Partie über die weitaus größere Aktivität auf dem Brett. Damit war der Kampf gewonnen, alles weitere war verdiente Zugabe. Karl-Heinz Vogel und unser “Ersatz”-Mann Frank Dreier holten sich schnell noch ihre halben Punkte ab (Frank mit Mehrbauer) und der Tag war gerettet. Also Ende gut – alles gut? Richtig gut war eigentlich nur das Ergebnis. Nicht die Erziehung. Eigentlich.
Topics: Allgemein | 5 Kommentare »
13.Dezember 2011 at 12:09
Eigentlich schreibe ich ja nur bei der 2. Mannschaft. Aber zu diesem Sieg möchte ich dann doch auch mal den Neikirner Starspielern gratulieren, zumal es sich wohl nicht gerade um euren Lieblingsgegner gehandelt hat. Und eigentlich interessiert mich ja als heimlicher und neugieriger Beobachter auch die nicht ganz internette Szene. eigentlich
5.Januar 2012 at 16:31
Bemerkung zum Spielbericht Cranzahl-Markneukirchen ich möchte mit einem Zitat beginnen Vogtländer=”Streitsüchtiges Bergvolk” nur wer diesen Spruch kennt kann diesen Bericht und das vollkommen unfaire Auftreten selbigen Spfrd u.a. Hineinreden in eine andere Partie und das vollkommene unsachgemäße Gequatsche an seinem Eigenen Brett, was fasst zu einem Spielabbruch geführt hätte, begreifen und verstehen. Meine Frage wie lange darf eigentlich noch diese “Knallerbse” solche Berichte schreiben,er ist damit ein Schandflecken für ganz Markneukirchen -aber eigentlich sollten dies die eigenen Mitspieler selber merken
5.Januar 2012 at 17:01
Lieber Friedemar Weinhold,
gesundes neues Jahr und viel Glück ins Erzgebirge.
Wer uns als Markneukirchner Mannschaft kennt, weiß dass wir nicht streitsüchtig, eher harmoniebedürftig, sind – eigentlich. Es muss schon in einigen Jahren einiges zusammenkommen um bestimmte Ausbrüche zu erklären. Aber wir wollen nicht von der Geschicht reden.
Nur hat sich mir nicht erschlossen, wo Frank in eine fremde Partie (ich nehme an es ging um Deine Partie) hineingeredet haben soll.
Das angeblich “unsachgemäße” Gequatsche am eigenen Brett – kam durch die unfaire und vor allem falsche Bemerkung seine Gegners sinngemäß: “Die Stellung ist Remis – siehs doch endlich ein.”
Wesentlich zurückweisen möchte ich Deine Bemerkung, dass es fast zu einem Spielabbruch gekommen wäre. Das stand nie in der Diskussion.
Schade finde ich, dass Du in Deinem Kommentar nur zu persönlichen Angriffen und keinen Ausführungen zur Sache gekommen bist. Aber da fällt mir ein, dass die Erzgebirgler ja auch ein Bergvolk sind.
Gruß Burkhard
5.Januar 2012 at 17:17
danke dies wünsche ich Dir und Euch auch und ich möchte nur soviel noch sagen ich wollte nicht und ich werde auch nicht mehr lange Schach spielen,es gibt wichtigeres,aber ich habe hier beim Schach gute Freunde und es fällt mir schwer sie aufzugeben Gruß Friedmar
9.Januar 2012 at 15:45
Vogtländer=”Streitsüchtiges Bergvolk”
Wer soll das denn gesagt haben?