Neikirng I: Der Dreieinhalbfluch formuliert sich

VSC Plauen I – Neikirng I  4,5:3,5

Nun ist es zum dritten Mal hintereinander passiert, dass wir 3,5:4,5 verloren haben und die Angst, das könnte sich so fortsetzen, wächst. Was nützt das Wissen, sich als Mannschaft teuer verkauft zu haben und den Verlust knapp zu halten, wenn nix Zählbares dabei herauskommt? Jüngst geschehen: gestern beim VSC Plauen I.

Steinigt mich nicht so kurz vor Weihnachten, wenn meine persönlichen Einschätzungen des Spieltags nicht mit euren übereinstimmen. Meist habe ich ja mit mir zu tun und sehe den Spielverlauf nicht an jedem Brett.

An Brett 1 wurde die Eröffnung misshandelt, was einen Bauern kostete. Um ein bisschen Entwicklung herauszuholen bzw. Aktivität zu erhalten, gab Burkhard noch einen weiteren. Er beschäftigte Frank Bicker zwar noch lange und das nicht einmal ungefährlich, dieser ließ sich so einen Vorteil jedoch trotzdem nicht mehr nehmen. Das scheint aber auch die einzige Partie gewesen zu sein, die von Anfang an nicht gut oder wenigstens ausgeglichen stand für Markneukirchen. Jedenfalls bot Ute ihrem Gegner ein Remis an, nachdem sie feststellte, dass wir an 5 von 8 Brettern besser standen. Vielleicht hatte es der VSC ähnlich gesehen, jedenfalls mussten V. Ananev und Ute weiterspielen.

Dann kippte die gut angelegte Partie Michaels. Er hatte sich schon einiges herausgespielt, war dann aber wohl etwas zu appetitreich (klingt netter als das, was Schachspieler sonst so sagen…), was seinem uns bislang unbekannten Gegner die Chance zur Offensive gab. Hätte man gewusst, dass er immer recht stürmisch auf Angriff spielt, wäre eine verhaltenere Spielweise Erfolg versprechender.

Auch Claus-Peters Partie war – schon fast wie gewohnt – aussichtsreich. Allerdings unterschätzte er einen Zentralbauernzug, der die Partie bedenklich erscheinen ließ. Bei unklaren Fortsetzungsmöglichkeiten nahm C.P. das Remisangebot seines Gegners an.

Gerds schwere Aufgabe, an Brett 2 die Stellung gegen starke Gegner halten zu müssen, war auch gestern „per definitionem“. Die Angriffsbemühungen Stefan Merkels kosteten zum Glück eine Menge Zeit, was ihn wohl dazu bewog, in eigentlich besserer Stellung Remis zu bieten. Es kommt selten genug vor, dass Gerd mal weniger Zeit verbraucht hat als sein Gegner.

Wie es in Matthias‘ Partie zum Zusammenbruch kam, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, wie diebisch sich Sigg Kadner über einen „unwiderstehlichen“ Angriffszug freute, der in irgendeiner Weise zum Sieg führte. Dafür nahm Ute mittlerweile ihren Gegner nahezu ohne Gegenwehr auseinander. Was Vaceslav diesmal an Initiative vermissen ließ, übernahm sie und fand in ihrer schönen Partie sogar noch ein echtes Bonbon als finalen Paukenschlag.

Auch mein Gegner war an diesem Sonntag ein Schatten seiner selbst. Anders kann ich mir es nicht erklären, denn erst lässt er vom Opfer ab, das er kompromisslos vorbereitete, und dann kommt er aus seiner Passivität nicht mehr heraus. Da hat er sich wohl einfach zu wenig getraut, was mir zu einem aufregenden Sieg verholfen hat.

3:4 gegen uns und eine Partie lief noch. Mannschaftsleiter Steffen kämpfte um den Mannschaftspunkt. Die ganze Partie wurde absolut ausgeglichen geführt und daran änderte sich auch im Endspiel nichts. Läufer gegen Springer und je 4 Bauern – es war nichts zu machen. Remis.

Wie schätzt man ein solches Punktspiel ein? Verdient, unverdient, glücklos im Abschluss? Schade aus unserer, schön aus VSC-Sicht. Wir hätten uns mehr gegönnt.

Der Nachmittag gehörte aber schon wieder den Späßchen und der guten Laune. Traditionell ans letzte Punktspiel vor Weihnachten schließt sich unsere Vereinsweihnachtsfeier an. Im Sächsischen Hof wurde vom Weihnachtsmann die Beichte der Ersten abgenommen und die neuerliche Erfolgsstory der Zweiten mit Wohlwollen gehört. Geläutert und gereinigt beschließen wir das Jahr 2013 und greifen im Januar wieder an. Von Resignation kann noch keine Rede sein. Das hätte uns der Rotrock wohl auch nicht durchgehen lassen. Die Rute war schon berechnet.

 

2 Gedanken zu „Neikirng I: Der Dreieinhalbfluch formuliert sich“

  1. Ihr schafft den Klassenerhalt. Da bin ich guter Dinge.
    Dieses Mal war es etwas Pech. Vielleicht kommt das nächste Mal etwas Glück dazu.
    Außerdem können wir uns solche Gegner wie Euch, welche uns nur die Punkte wegnehmen, in der Bezirksliga nicht leisten, falls wir den Aufstieg nicht vermeiden können.
    Ihr seht, ich denke schon an die nächste Saison.
    Also Kopf hoch und dort bleiben, wo Ihr seid und hingehört! In der 2. Landesklasse!!!
    Gruß an alle und eventuell bis zum Weihnachtsschach von mir und sicher auch von den anderen Klingenthalern und Kraslitzern.
    Matthias

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