Plauener Glanz und Markneukirchner Peinlichkeiten

Ein Bericht vom Olomouc Open.

Vergangene Woche reisten Matthias Hörr, Daniel Zähringer, Erik Fischer und euer Berichterstatter Burkhard Atze nach Olmütz, um am neunrundigen Olomouc Open teilzunehmen.

Das Turnier ist Teil eines Schachfestivals mit einem GM-Turnier, zwei IM-Turnieren und einem Senioren-Open. Wir waren in einem Jugendwohnheim ca. 20min Fußweg vom Hotel Flora, dem Spielort, entfernt untergebracht. Die Bedingungen waren einfach aber sauber.
Olmütz ist eine wunderschöne Stadt, mit vielen Sehenswürdigkeiten und viel Grün. Wikipedia über Olmütz

Über den katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15.08. fand so etwas wie ein Kirchentag und vom 17.8.-20.8. die Sommeretappe der Gartenausstellung Flora statt. Die Stadt war voll von Menschen und es herrschte eine offene und gastfreundliche Stimmung.

Nun zum für mich Schlimmen, dem sportlichen Teil. Matthias und Daniel spielten stets an der Spitze um die Preise mit. Matthias erreichte am Ende den vierten Platz und einen Geldpreis, Daniel wurde Elfter. Erik konnte auch als 23. überzeugen. Meine Bilanz fällt desaströs aus nur 3,5 aus 9 gegen durchweg schwächere Gegnerschaft bedeuten einen Verlust von über 100 Ratingpunkten.

Gehen wir Runde für Runde vor. Wenn ihr einen Zug anklickt, erhaltet ihr ein Nachspielbrett:

Runde 1, nach einer Nacht mit Kopfschmerzen und schlecht vertragenem Döner, wartete eine 12-jährige Gegnerin mit 1427 Elo auf mich.

Nach wechselseitigem Verlauf, Totremis im 42. Zug. Noch schlimmer erwischte es mich in der zweiten Runde. Nachdem die Eröffnung schon suboptimal verlaufen war, vergaß einfach meinen Bauern a4 und verlor dauraufhin das Endspiel. Mein dänischer Gegner mit polnischem Namen zerstörte souverän meine Hoffnung eine Blockade zu errichten.

Weiter ging es ähnlich schrecklich. In der dritten Runde verpasste ich eine klare Siegchance in der Diagrammstellung und verlor dann in Zeitnot vollends den Faden:

In der vierten Runde kam endlich der erste Sieg. Mein sympathischer norwegischer Gegner konnte mit meiner Aggression nicht umgehen. Stolz bin ich auf den Zug 21. Lh6 .. auch wenn da schon alle Messen gelesen waren.

Die Hoffnung auf eine Wende im Turnier begrub mein 14-jähriger Gegner in der nächsten Runde. In der Datenbank gibt es von mir eine Partie aus dem Jahre 2002 in einer anrüchigen Eröffnung, diese zog mein Gegner zur Vorbereitung heran und hatte Glück, ich wählte auch gegen ihn die Variante. Mit großem Zeitaufwand gelang es mir trotz alledem auszugleichen, dann griff ich allerdings wiederum in Zeitnot fehl:

Es folgte wieder ein kurzrundiger Sieg. Mein englischer Gegner übersah einen Spieß und gab sofort auf:

Die siebente Runde war ein Eröffnungsdesaster, ich gab zwei Bauern für Nichts. Mein Gegner verwertete den Vorteil sicher. Da keine interessante Stellung zustandekam, spare ich mir hier ein Partiefragment.

In der achten Runde bekam ich einen zehnjährigen Gegner zugelost und änderte, um nicht in eine Vorbereitung zu laufen, meine Eröffnung. Es gelang mir den König in der Mitte zu halten und dann verpasste ich ein zweizügiges Matt – das einzügige Selbstmatt ließ ich mir dann nicht mehr entgehen:

Die letzte Runde war symptomatisch für das Ganze Turnier. Ich sah einfach nichts. Ich verlor eine Qualität und wurde danach sicher von einer 11-jährigen besiegt.

Was bleibt nach dem Turnier? Olmütz ist eine schöne Stadt mit super Essen, gutem Bier und schönem Wetter. Die Jugend ist mehr gewöhnt, Tandem bis in die Puppen und trotzdem fit am nächsten Tag. Ich muss schnellsten meine Fehler abstellen. Die Zeiteinteilung ist zu verbessern und einige Eröffnungen müssen noch mal angeschaut werden.

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