Zwei Siege zum Auftakt

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Der Punktspielauftakt erwischte uns zu einer ungünstigen Zeit: der Mannschaftsleiter der Ersten Steffen Pötzsch weilte im Urlaub und Falk Sandner, extra aus Nürnberg angereist, erwischte eine Unpässlichkeit. So musste die Erste ersatzgeschwächt nach Bernsbach reisen und der Zweiten fehlten somit zwei nominelle Stammspieler gegen den Setzlistenfavoriten Adorf.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Wahlforscher von infratest-dimap

Die Bernsbacher waren schwer zu erreichen, überall hatten sie Baustellen eingerichtet, um unsere Navi-Damen zu verwirren. Aber wir hatten ja den Schubs dabei, so dass wir doch noch pünktlich fünf Minuten vor 9:00 Uhr das Spiellokal erreichten.

Es ging nicht besonders erfolgversprechend los. Ersatzmannschaftsleiter Burkhard Atze setzte seinem Gegner dieselbe Eröffnung wie im letzten Jahr vor, nur um dann zu merken, dass sich dieser besser mit den Untiefen auskannte und wartete nach 13 Zügen nur noch auf den Gnadenstoß.

Jeder der Kiebitze rechnete mit der baldigen schwarzen Aufgabe

Aber der Gegner sah Gespenster, tauschte die Damen und stand kurze Zeit später etwas schlechter. Nachdem Burkhard erst ein Remisgebot abgelehnt hatte, bot er kurz darauf selber Remis, was den Friedensschluss bedeutete.

Schach ist ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann.

Wasserwacht Sachsen

Schon im 11. Zug hatte Karl-Heinz Vogel sich mit seinem Gegner geeinigt, um die schlechten Omen zu vertreiben. Michael Straube gewann mit einem sehenswerten Springermatt, welches die Leiden seines Gegners abkürzte. Ralf Wander konnte daraufhin sein verlorenes Endspiel aufgeben.

Als der Berichterstatter (Burkhard Atze) mit seinem Gegner draußen seine Partie analysierte und wahrhaft fantastische Varianten über das Brett fliegen sah, ging es drinnen recht schnell. Matthias Schubert und Ute Sadewasser gewannen überzeugend, während Frank Weller verlor. Frank wurde von seinem Gegner in unbekannte Eröffnungsgefilde entführt und seine Ungenauigkeiten sofort bestraft.

Claus-Peter Franke hatte seinen Gegner eigentlich da, wo er ihn haben wollte. Endlich schien ein Sieg gegen ihn möglich, aber im Mannschaftssinne bot er Remis, was sein Gegenüber nicht ablehnen konnte.

So war der Mannschaftskampf schon um 12:30 Uhr mit einem Markneukirchner 4,5:3,5-Sieg beendet. Ich kann mich an keinen Bezirksligawettkampf erinnern, der so früh endete. Die eine Hälfte der Markneukirchner Spieler machte sich sofort auf den Heimweg, während die andere die erzgebirgische Gastronomie beehrten.

Der Landgasthof „Zum Bären“ wartete mit einem schmackhaften Essen, freundlicher Bedienung und für den Berichterstatter mit dem obligatorischen Schwedeneisbecher auf. Beim Warten auf das Essen wurden die Partien analysiert und die Ergebnisse der Zweiten eingeholt.

Sensation gegen Adorf

Unsere Zweite hat Adorf ja schon öfter geärgert, aber diesmal – ohne Karl-Heinz Vogel und Ralf Wander – rechneten selbst die kühnsten Optimisten nicht mit etwas Zählbarem.

Aber – siehe Einleitungszitat. Die Markneukirchner Schachsportler wuchsen über sich hinaus und schlugen ihre um hunderte DWZ-Punkte besseren Gegner. Heinz Zöphel konnte vom ersten Brett nur hilflos mit ansehen, was sich hinter ihm ereignete. Zumindest er erfüllte seine Pflichtaufgabe und ließ Jochen Pötzsch keine Chance. Aber schon an Brett 2 konnte Florian Thiele seinen 300 Punkte stärker eingeschätzten Gegner Dieter Leicht schlagen. Benno Klaus gewann am dritten Brett gegen den 150 Punkte stärkeren Jens Schmidt. Mannschaftsleiter Frank Dreier neutralisierte 300 Stärkepunkte mit seinem Remis gegen den Adorfer Neuzugang Pavel Brtva. Reinhard Atze erlebte ein Schachwochenende zum Vergessen. Nach der gestrigen Niederlage in der AK U16, folgte heute eine gegen Altmeister Hans-Joachim Jacob. Am sechsten Brett gewann Rolf Steinhaus gegen Gerhard Benkert und am achten Brett Christian Franze gegen Horst Sonnenberg. Der Markneukirchner Nestor Karlheinz Sandner spielte ein sicheres Remis gegen Bernd Dassler-Fröber an Brett sieben.

So steht am Ende ein nie erwarteter 5:3-Sieg auf der Spielkarte. Die Bäume werden sicher nicht in den Himmel wachsen – zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

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