Der Fotograf war da

Neikirng I – SV Neukirchen/Erzg. II 4,5:3,5

Im ersten Heimspiel der Saison hatte sich wieder einmal Harald Sulski, der Pressefotograf, angesagt. Er gilt als der Sensenmann des Schachtags für die erste Mannschaft, das wissen alle. Wie immer schwante uns schon nichts Gutes. Wir mussten auf Micha verzichten, hatten Ralf und Karl-Heinz Vogel mit im Boot. Für Ralf war leider schon bei der Ansage der Aufstellung Schluss – der Stuhl seines Gegners blieb leer. Das 1:0 nimmt man zwar gerne mit, allerdings ist es schon das zweite Mal in drei Runden, dass jemand ins Leere läuft. Ralf nahm’s sportlich und hatte Zeit zum Schauen. Immerhin spielte ja auch die Zweite daheim und er konnte 15 Partien verfolgen.

Steffen nahm das Remisangebot seines Gegners für meine Begriffe ein bisschen schnell an. Immerhin war sonst noch nichts los und wir wissen ja um die Stärke unserer Gegner. Aber weil es ja meistens anders kommt, als man denkt, war das andererseits sogar sehr wichtig. Denn Karl-Heinz gewann plötzlich seine Partie, ich kann gar nicht sagen, wie das zuging. Auf einmal war es unruhig und wir hatten einen Punkt mehr. Gerne immer wieder. Ute einigte sich mit ihrem Gegner auf Remis – und analysierte anschließend stundenlang mit ihm, wer wohl schlechter stand.

Matthias sah für mich die ganze Zeit über wie der sichere Sieger aus. Sein Königsangriff war viel versprechend, allerdings letzten Endes nicht durchschlagend. Es kam zum großen Abtausch mit zwei Minusbauern, wenn ich es richtig gesehen habe. Ein Freibauer rannte auf Matthias‘ Grundlinie zu, wogegen er kein Mittel fand. Er beendete seine Partie auf dieselbe Weise wie ich kurze Zeit später auch – mit einer Aufgabe. Die Figuren meines Gegners standen einfach irgendwie immer aktiver als meine und als ich einen Bauern wegwarf, war das nur ein weiterer Schritt in eine Richtung, die sich vorher schon abzeichnete.

Gewannen wir beide noch vor vierzehn Tagen in Waldkirchen, standen wir diesmal ziemlich bedröppelt da. Dafür konnte an diesem Sonntag Burkhard glänzen, der mit einer Mehrfigur ins Turmendspiel ging. Ganz leicht war es trotzdem nicht, durch die Bauernkette zu brechen, aber ihm gelang der entscheidende Durchbruch. Der Sieg für uns war jetzt greifbar, stand doch Claus-Peter keinesfalls schlechter. Zu vorgerückter Stunde gab er seine Partie remis und sicherte uns damit nicht nur den Mannschaftssieg, sondern stieß ein für alle Mal den Bock des Fotografenfluchs um. Harald, du kannst getrost wiederkommen!

Wir stehen mit fünf Punkten nach drei Spieltagen auf Platz 2 recht sorgenfrei da und fahren am dritten Advent in Weihnachtsmarktstimmung nach Wilkau-Haßlau.




Stadtmeisterschaft startet mit 20 Teilnehmern

Mit 2 Teilnehmern weniger als im vorigen Jahr startete gestern die neu
aufgelegte Stadtmeisterschaft. Favoriten gibt es mehrere, dazu gehören
natürlich wieder der Adorfer Heinz Zöphel, der Klingenthaler Josef Biba
und natürlich ein paar Markneukirchner Spitzen, allen voran Claus-Peter
Franke, der zugleich auch der noch amtierende Stadtmeister (6,5 Punkte
aus 7 Partien) ist.

Die erste Runde ist in vielen Turnieren eine eher nicht so sehr kampfbetonte. Das konnte man von der gestrigen wahrlich nicht sagen. Was da an brisanten Partien gebote wurde, ist schon bemerkenswert. Rolf Steinhaus opferte gegen mich einen Springer gegen Aktivität, Ralf Wander kämpfte eine beherzte Partie gegen Josef Biba und der erst am selben Tag vom Urlaub heimgekehrte Jochen Franz wehrte sich tapfer gegen Claus-Peter Franke. Er hatte in der wohl spannendsten und längsten Begegnung des Tages das einzige positive Ergebnis – er schaffte ein Remis. Die anderen verloren ihre Partien denkbar knapp. Rolf konnte noch ausgekontert werden und Ralf übersah seine Remischance.

HTML PDF
Teilnehmerliste Teilnehmerliste
Paarungen und Ergebnisse Paarungen und Ergebnisse
Rangliste Rangliste




Der Schachverein trauert um Gerd Sandner

Gerd - stets ein Lächeln für alle auf den Lippen
Gerd – stets ein Lächeln für alle auf den Lippen

Was wir in den letzten Wochen befürchteten, traf uns dennoch unvorbereitet und will nicht akzeptiert werden: Einer unserer besten Schachkameraden wurde aus unserer Mitte gerissen. Gerd verstarb am 24. Juni 2018 an seiner schweren Erkrankung. Wir trauern mit seiner Familie, sprechen ihr unser Beileid aus und können es doch selbst gar nicht fassen, welcher Verlust ihr und auch uns als seinen Freunden zugefügt wurde.

Als Kamerad war Gerd einer der zuverlässigsten, nie haben wir ihn schlecht gelaunt erlebt. Sollte er es je gewesen sein, hat er es nicht gezeigt. Einen ausgeglicheneren Menschen kann man auf dieser Welt nicht finden. Seine ruhige Vernunft, sein freundliches Wesen und sein stets zufrieden wirkendes Lächeln waren sein Markenzeichen. Selbst über seine Krankheit sprach er gefasst und voller Zuversicht. Fast meinte man, er wolle alle anderen noch beruhigen, die sich Sorgen machten, als sie hörten, was ihm zugestoßen war.

Sein Charakter widerspiegelte sich in seinem Schachspiel. Wenn er sagte, er wäre aufgeregt, konnte man ihm das ob seiner Gelassenheit kaum glauben. Er konnte mit den größten Schwierigkeiten am Brett umgehen, als wären es nicht seine, sondern er säße nur zufällig auf dem Platz. Hippelten und zappelten schon seine Mannschaftskollegen um ihn herum, weil er in höchster Zeitnot war, brachte ihn selbst nichts aus der Ruhe. Äußerer Druck traf auf innere Gelassenheit.

Ausgeglichene und sichere Stellungen liebte er über alles. Zwar kann man ohne Risiko, das ihm weniger lag, oft keinen entscheidenden Vorteil erlangen, aber für ein Remis reichte es in den meisten Fällen. Das verteidigte er auch gegen wesentlich stärkere Gegner. Jahrelang am Spitzenbrett der 2. Mannschaft war er der Remisschreck der Besten der Gegner. Folgerichtig wurde er vor vielen Jahren in die Erste geholt, wo er meist am 2. Brett regelmäßig seine halben Zähler abholte. Ein Remis an einem vorderen Brett der Bezirksliga war für die Mannschaft ein Gewinn. Damit wurde es auch für ihn zum Erfolg und er lieferte fleißig. Und gewöhnte sich immer mehr an das Remis-Spiel.

1. Mannschaft 2017
1. Mannschaft 2017

Gerd war dabei, als wir in die 2. Landesklasse aufstiegen, als wir dort die Klasse hielten und erst ein Jahr später wieder abstiegen. Er war auch beim zweiten Abenteuer Landesklasse dabei und nahm später alle Auf-und-Abs mit. Er kämpfte, gewann und verlor mit seiner Mannschaft. Auf ihn war Verlass, er war immer da, wenn er gebraucht wurde. Sollte die Situation ein Remis für die Mannschaft nicht erlauben, spielte er auf Sieg. Wenn er musste, konnte er das auch. Er war bekannt im Spielbezirk Chemnitz. Den Sandner Gerd kannte jeder, man schätzte und respektierte ihn.

Seinen letzten Kampf im Leben verlor Gerd. Die heimtückische Krankheit spielte nicht offen, sie nahm auch kein Remis an. Wir als seine Freunde setzten wie immer auf ihn und wünschten ihm sehnlichst den Punkt, aber der Gegner war zu stark und einfach nicht zu fassen.

Wir verlieren mit Gerd einen Kameraden, dessen Platz nicht ersetzt werden kann. Gerd, du behältst deinen festen Platz in unseren Herzen.

(Frank Weller)

2017: Gerd in seiner schachspielenden Familie
2017: Gerd in seiner schachspielenden Familie




nachgereicht: Blitzturnierergebnisse

Die letzten drei Blitzturniere, die wir per Rechner verwaltet haben, sollten hiermit noch nachgereicht werden. Sie sahen jeweils einen anderen Sieger.

Februar-Blitz: Tabelle

Februar-Blitz: alle Paarungen

Mai-Blitz: Tabelle

Mai-Blitz: alle Paarungen

Juni-Blitz: Tabelle

Juni-Blitz: alle Paarungen




Stadtmeisterschaft 2018 – Finale

Überhaupt nichts hat er anbrennen lassen. Auch in der letzten Runde setzte sich Claus-Peter Franke souverän gegen Rolf Steinhaus durch. 6 1/2 aus 7 ist ein ganz anderes Ergebnis als im vorigen Jahr – man sieht daran, dass er wieder voll da ist! Wisst ihr eigentlich noch, wie der Ausgang 2017 war? Im Finale besiegte Matthias Schubert Heinz Zöphel und Jochen Franz Claus-Peter, wobei Matthias am Ende die Wertungsnase vorn hatte. In diesem Jahr war schon vor der letzten Runde alles klar und Claus-Peter hätte zwei Runden aussetzen können, um immer noch vorn zu landen. Zwei Punkte Vorsprung vor den Nächsten sind eine ganze Schachwelt und wir müssen uns fragen: Haben WIR eigentlich mitgespielt?

Steffen Pötzsch und Matthias Schubert belegen die Ränge. Sie haben gegeneinander remisiert und ließen in der Wertung drei weitere Spieler hinter sich. Besonders hervorheben möchte ich das Ergebnis von Rolf Steinhaus. Er ließ mit seinem 10. Platz neun besser dotierte Teilnehmer hinter sich.

Die vielen nicht gespielten Partien in diesem Jahr sind inakzeptabel. Warum nur ist der Weg, sich zu entschuldigen, so beschwerlich? Man könnte meinen, dass es keinen Platz auf der Welt mehr gibt, an dem es keine Mobilfunkverbindung gibt. Und doch müssen immer wieder kampflose Punkte vergeben werden. Für den Gegner, der umsonst gekommen ist, ist das immer ein richtig versauter Abend. Und wenn man fünf Minuten, bevor der Gegner losgefahren ist, noch Bescheid sagt, ist es besser, als gar nichts zu verlauten. Es gab einige, die trotz großer Mühen, alles auf die Reihe zu bringen, trotzdem ein vollständiges Turnier abgeschlossen haben.

alle Paarungen (html)

alle Paarungen (pdf)

Endstand (html)

Endstand (pdf)

Kreuztabelle (html)

Kreuztabelle (pdf)

inoffizielle DWZ-Auswertung (html)

inoffizielle DWZ-Auswertung (pdf)




Stadtmeisterschaft – Auslosung der letzten Runde

Liebe Schachfreunde,

lange hat es gedauert, bis jetzt endlich die Auslosung steht. Habt bitte Verständnis, dass es in der Spitze möglichst keine Hängepartien mehr geben sollte. Die jetzt noch offenen Paarungen haben keinerlei Einfluss auf die Ansetzungen der ersten Plätze gegeneinander. Der Markneukirchener Stadtmeister indes steht schon fest. Keiner kann Claus-Peter Franke, der in 6 Runden nur einen halben Zähler abgab, mehr den Titel streitig machen – auch nicht sein letzter Gegner, Rolf Steinhaus. Mit 4 aus 6 steht dieser mit einer Reihe anderer Kameraden punktgleich als Verfolger da und kann damit noch auf das Podest. Diese Chance haben sogar elf (!) Leute mit 4 bzw. 3,5 Punkten. Wer den Ausgang vorhersagen möchte – bitte.

Wie in jedem Jahr kann die letzte Runde zwar vorgespielt, nicht aber nachgeholt werden. Mit dem letzten Spieltag wird das Turnier beschlossen.

Stand nach der 6. Runde (htm)

Stand nach der 6. Runde (pdf)

alle Paarungen (htm)

alle Paarungen (pdf)




Ein Nichtaktiven-Schachfest

Zur ähnlichen Zeit wie im vorigen Jahr beim ersten, starteten wir kürzlich einen zweiten Versuch eines Nichtaktiventurniers. Beworben haben wir es in der Markneukirchener Zeitung, dem Adorfer Stadtboten und den Bad Elsteraner Nachrichten, per Internet und Handreichung, Plakaten in Kurkliniken (Danke, Ralf!) und Schulen. Man könnte denken, wir meinten es ernst, so groß war die Promotion. Die Resonanz: bis zum Mittwoch vor dem Termin hatte sich ein einziger Teilnehmer angemeldet – der Vorjahressieger Jens Günther aus Markneukirchen. Am Donnerstagabend standen vier fest. Die ersten Gedanken flipperten zwischen Absage und einem lockeren Schachnachmittag ohne Turnier hin und her. Jedoch bewies sich einmal mehr: Abwarten und Kaffee trinken oder „Man soll den Tag nicht vor dem Schachabend loben“.

Am Freitag führte ich endlos Telefonate und beantwortete Emails. Da waren es dann elf. Und am Samstagabend konnte ich dem schier untröstlichen, weil wegen Krankheit ausgefallenem Claus-Peter gar von 13 Teilnehmern erzählen.

Herrlich war es zu beobachten, wie die Leute aus ihrer ersten Unsicherheit auftauten und miteinander ins Gespräch kamen. Erst mit dem Gegner, dann mit dem Rest. Eine ganze Familie war dabei: Nadja Hänsch mit ihrem Mann Kevin Seifert und ihrem siebenjährigen Sohn Charlie aus Wohlhausen. Papa Markus Gerbeth mit dem neunjährigen Sohn Toni (Bad Elster) wurden von der Mama angemeldet, die selbst auch Schach spielen kann. Sollte sie im nächsten Jahr ihre zwei Besten durch ihre eigene Teilnahme unterstützen, verspreche ich eine Familienwertung!

Dazu kamen junge Männer, Rentner, ehemalige Aktive, von Kollegen Überredete und sogar zwei aus Reichenbach und Waldkirchen Angereiste.  Ein richtig kunterbunter Haufen von Schachspielern, die genau das wollten, was wir ihnen boten: eine Plattform zum Schachspielen außerhalb von Vereinen. Gründe, nicht gleich einem Verein beizutreten gibt es bekanntlich viele – ich werde ja auch nicht gleich Fleischer, nur weil ich gerne mal ne Roster esse… Aber mich bei einem Turnier anzumelden, wo ich doch überhaupt nicht einschätzen kann, wie die anderen spielen, erfordert Mut. Wir Vereinsspieler haben ja unsere Wertszahl, die uns abschätzen lässt, wo wir stehen. Ein Nicht-beim-DSV-Gemeldeter hat diese Möglichkeit, seinen Status abzufragen, nicht. Ich bin sehr stolz auf alle, die mitgespielt haben.

Was ist ein guter Schachspieler, was ein schlechter? Es gibt keine objektive Bewertung nach Zeit, Weite oder Höhe, sondern immer nur den Vergleich untereinander. Im Vergleich zu Magnus Carlsen bin ich, weiß Gott, ein schlechter Schachspieler, in meinem Verein brauche ich mich dagegen nicht zu verstecken. Es gibt also nur bessere oder schlechtere Schachspieler als mich. Oder als euch. Oder als Tante Martha. Und trotzdem ich vielleicht in meinem Verein als guter Schachspieler gelte, sagt ein Bundesligist mit Recht, dass ich wohl eher keiner bin. Genau so steht es mit den Turnierteilnehmern am Samstag: Keiner taugt für die Bundesliga, jeder Anfänger würde sie für gute Schachspieler halten. Das, was ich an Partien gesehen habe, war erstaunlich hohes Niveau. Es war kein Anfänger dabei – als Anfänger sehe ich jemanden an, der gerade so die Figuren setzen kann, aber noch nicht weiß, wie ein Spiel gewonnen werden kann, also kein Schachmatt kennt.

Wir gewinnen, weil unsere Gegner Fehler machen. Und zwar größere Fehler als wir. Genauso erging es den Turnierteilnehmern. Weil sie oftmals den Gewinnzug übersahen, ging die Partie verloren. Hätten sie im entscheidenden Augenblick nicht danebengegriffen, wäre es anders ausgegangen. Oftmals folgte auf einen Fehler gleich eine ganze Serie weiterer. Ohne den ersten wäre aber dieser Totalzusammenbruch gar nicht erst gekommen! Wer kennt das von uns Vereinsspielern nicht? Beim Blitzen zum Beispiel? Ich kenn’s gut. Bis auf die vorderen Tabellenplätze hätte man jedenfalls die Platzierungen beliebig tauschen können, denn die Unterschiede waren nicht so groß, wie es den Anschein hat. Zu schämen, dass er schlecht abgeschnitten hat, muss sich niemand. Und ich denke, das hat auch niemand.

Die Tabellenspitze war gut umkämpft, es gab zwischen dem ersten und dem ersten Platz einen heißen Kampf. Die beiden Kontrahenten ließen kaum eine Schwäche spüren. Dass Jens Günther und Christopher Bischoff (Adorf) tatsächlich mit 5,5 Punkten punkt- und wertungsgleich waren, war nicht nur bezeichnend für die Klasse, sondern aus meiner Sicht ein sportlich-schönes Ergebnis. Was gibt es Besseres als zwei erste Plätze?

Manfred Audretsch aus Bad Elster spielt ansonsten mit seiner Frau Schach und sucht seit längerem nach weiteren Schachpartnern. Er war ganz überrascht über seinen dritten Platz, konnte er sich doch genauso wenig einschätzen wie die anderen. Damit waren die Plätze vergeben, es ist jedoch noch lange nicht alles gesagt. Zum Beispiel, dass Charlie und Toni das ganze Turnier durchhielten, Charlie am Ende sogar in der Tabellenmitte auftauchte! Ich denke, dass den Kindern der Spaß nicht verging, das lag an der ausgesprochen lockeren Stimmung. Da wurde nicht um jeden Preis gekämpft, sondern durchaus auch mal „nicht der allerstärkste“ Zug gemacht, weil man seinen Gegner nicht deklassieren wollte. Auch witzige Bemerkungen flogen immer mal während des Spielens hin und her – ganz so, als würde man gerade ein langes Wochenende miteinander verbracht haben – nicht erst eine Stunde. Es wurde auch schon mal vorgesagt oder vor lauter Eifer von außen „reingelangt“, aber das beweist ja eher sympathische Leidenschaft als Unfairness.

Nach den fünf Runden – leider war immer einer spielfrei – waren alle ausgelaugt. Natürlich gab es reichlich Pausen, aber niemand war es bisher gewohnt, fünf Schnellschachpartien zu spielen. Da denke ich, hatte zum Schluss niemand mehr Lust, noch ein paar dranzuhängen. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die wenigsten schon einmal mit Uhr gespielt haben und sich alle meine einführenden Worte über fast eine halbe Stunde anhören mussten!

Die Siegerehrung sah für die ersten Drei je ein Fläschchen Sekt und ein Urkündchen vor. Auch die beiden „Kleinen“ bekamen ihre erfolgreiche Teilnahme bestätigt und je einen Fritz-und-fertig-Schachrätselblock … nachgereicht, denn der DPD hat sie nicht rechtzeitig bis zum Samstag herbeigekriegt. Hätte ich eher dran gedacht, sie zu bestellen, hätte ich nun nicht den DPD vorschieben müssen.

Auch an ein paar anderen Dingen muss ich wohl noch arbeiten. Meine eigene Aufregung muss ich besser in den Griff kriegen – aber auch für mich ist so eine Geschichte alles andere als gewohnt! So bin ich bestimmt ein bisschen rot geworden, als alle Teilnehmer gar so voll des Lobes waren.

Dabei waren sie diejenigen, die sich den Nachmittag selber so schön gestaltet haben. Mit ihrer guten Laune und ihrer großen Erleichterung darüber, dass Schach tatsächlich nur ein Spiel ist, bei dem man gewinnen und verlieren kann. Nicht mehr und nicht weniger. Und darüber, dass jeder gut mithalten konnte, ohne dass er hätte denken müssen, er wäre fehl am Platz. Das war in der Tat niemand.

Mir hat sich mit diesem zweiten Nichtaktiventurnier ein großer Wunsch erfüllt und wie beim „Fischer und sin Fru“ generiert sich natürlich sofort der nächste an die Teilnehmer: Kommt doch bitte alle im nächsten Jahr wieder und freut euch aufeinander. Packt einfach wieder dieselbe gute Laune ein wie diesmal und sagt es weiter, wenn es euch wirklich gefallen hat (und ihr mir nicht nur die Taschen vollgeflunkert habt). Ich bring dann wieder Kuchen mit und koche den Kaffee ein bisschen weniger stark…

Ein großer Dank gilt Micha und Frank, die mich super unterstützt haben und besonders auch Markus Fenderl aus Waldkirchen, der nicht erst überredet werden musste, überall helfend einzugreifen und zu schiedsrichten. Ihm war die Freude am Schachnachmittag genauso anzusehen wie uns.

Frank Weller

Die Teilnehmerliste und die Abschlusstabelle kann bei mir gerne angefordert werden. Ich schicke sie dann zu, wer sie nicht mitgenommen hat. Veröffentlichen möchte ich sie im Internet nicht.




And the winner is: Bernd!

Schachobervogtland hat 2018 seinen neuen Meister gefunden: Bernd Gündel aus Waldkirchen. Er löst Josef Biba vom SV Klingenthal ab, der sich im vergangenen Jahr durch seinen Sieg im Finale die Schachkrone holte. Zweiter wurde wie im Vorjahr Claus-Peter Franke vom SV Markneukirchen, der wieder punktgleich mit dem Ersten, aber in der Wertung etwas schlechter dastand. Dabei war es sogar noch knapper als zuletzt, diesmal musste die zweite Wertung entscheiden! Aber die Schachspieler sind hart und gehen wie die Eisschnellläufer bei Gleichstand bis in die Tausendstel – Hauptsache, es steht ein Sieger fest.

Schade, dass wir die 20-Teilnehmer-Grenze nicht wieder geknackt haben. Jede Menge Lippenbekenntnisse hatte es im Vorfeld gegeben, aber es wurden keine Anmeldungen daraus generiert. Um die soll es aber hier nicht gehen, sondern um die, die da waren. Und das waren ganz schön starke Brocken. Von fünf der sechs anwesenden Vereine war jeweils das erste Brett der ersten Mannschaft vertreten – vom sechsten Verein das zweite! Klasse, oder? Die drei Bestplatzierten waren letztlich auch drei solche Spitzenbrettkanditaten.

Mir ist ja an solchen Tagen am wichtigsten, dass es zwar einerseits schon ein ehrgeiziger Wettkampf, andererseits aber vor allem ein Tag mit Wohlfühlatmosphäre wird. Dafür sorgen natürlich auch solche netten Leute wie Sabine und Dieter Neubert, die sich wieder für das leibliche Gesunden der arg strapazierten Schacherer stark machten. Gerne haben wir regeneriert, was wir energetisch nicht geleistet haben! Aber geistig duellierten wir uns aufs Allerschärfste: 7 Runden Schweizer System sind nicht einfach so wegzustecken, ohne auch nur einmal zu schwächeln. So sah auch die Spitze gleich drei Leute mit 5 Punkten. 5 Punkte heißt, dass kein Überflieger dabei war, sondern auch mal Nerven gezeigt wurden. Normalerweise wird es mit einer Niederlage und einem Remis schon schwer, ganz vorn zu landen. Dass aber gleich drei Teilnehmer mit 5 Punkten gleichauf waren, ist außergewöhnlich. Gegeneinander nahmen sie sich tüchtig die Punkte weg: Franke gewann gegen Biba, remisierte gegen Gündel, Biba gewann gegen Gündel.

Noch etwas war turniermäßig bemerkenswert: Frank Dreier holte in den ersten 3 Partien einen halben Punkt und rollte anschließend das Feld von hinten auf. In der letzten Partie gewann er gar gegen Heinz Zöphel und belegte als 16. der Setzliste damit ganz verdient den 5. Platz. Ihm und natürlich den drei Erstplatzierten gilt unser Glückwunsch.

Wieder durfte jeder seinen mit einem dem Rang entsprechenden Etikett versehenen Sekt mit  nach Hause nehmen. Während er dort in Ruhe mit seinem geduldig wartenden Partner oder einfach mit sich selbst anstieß, konnte das Turnier noch einmal Revue passieren lassen und dabei schon darüber nachdenken, ob er denn schon die Anmeldung für das nächste Jahr in Angriff nehmen sollte.

Ich danke allen, die dabei waren, für ihren Kampfgeist und ihre Disziplin. Ein Turnier ohne Streitfälle ist immer ein gutes Turnier. Und das soll es auch bleiben – und nebenbei nicht mehr und nicht weniger als unsere ureigene und hausgemachte „OVL“.

Kreuztabelle

alle Paarungen

Tabelle

Teilnehmerliste

inoffiziell:die DWZ-Auswertung, wenn sie denn ausgewertet worden wäre




2. Nichtaktiventurnier in Markneukirchen

Am Samstag, dem 17. März geht das 2. Nichtaktiventurnier in Neikirng an den Start!

Alle Einzelheiten findet Ihr hier: Ausschreibung




Runde 5 der Stadtmeisterschaft

Am vergangenen Donnerstag wurde erneut eine sehr fragmentale Runde der Stadtmeisterschaft gespielt. Sie war geprägt von meist krankheitsbedingten Ausfällen. Was am meisten allerdings missfällt, ist die zögerliche bis überhaupt nicht vorhandene Bereitschaft, sein Fernbleiben anzukündigen.

Die Spitzenpartie zwischen Steffen Pötzsch und dem Führenden Claus-Peter Franke wurde jedenfalls gespielt und Claus-Peter konnte durch seinen Sieg die Spitze behaupten.

Die nächste Runde findet am 22. März statt. Denkt bitte dran: Wenn mal was terminlich dazwischenkommt, sagt mir bitte Bescheid.

alle Ergebnisse und neue Paarungen

Stand nach der 5. Runde