Eröffnungen mit Tiernamen – der Igel

Genau genommen handelt es sich nicht um eine Eröffnung sondern eher einen Stellungstyp, in dem sich Schwarz erst „einigelt“ um dann zurückzuschlagen. Häufig entsteht er in der Sizilianischen Verteidigung.




Problemschach: Vorläufer, Duplizitäten und Schemata

Die Geschichte des Problemschachs ist lang. So passiert es oft, dass ein Problemkomponist feststellen muss, dass eine eigene Schöpfung gar nicht einzigartig ist. An einem Beispiel soll das in diesem Beitrag verdeutlicht werden. Zuvor wollen wir uns aber um die Lösungen aus der letzten Aufgabe kümmern.

Symmetrie

Neue Aufgabe und das Problem der Vorläufer

Matt in 2 Zügen (Albrecht Kunze, Urdruck, Tribüne, 06.03.1981)

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung dieser Aufgabe, erschien in „Der neue Weg“ am 08.03.1986 der folgende Zweizüger:

Matt in zwei Zügen (Lajos Riczu, Ungarn)

Albrecht Kunze bat den Problem-Papst der DDR Manfred Zucker um eine kurze Kritik zu dieser „Duplizität“. Ist es eine Verbesserung der älteren Aufgabe oder nur ein merkwürdiger Zufall? Die Ähnlichkeiten springen jedenfalls ins Auge.

Manfred Zucker antwortete wohl sehr ausführlich auf diese Anfrage. (Leider liegt mir der Briefwechsel nicht vor.) Er wies in seinen Ausführungen unter anderem „auf folgenden Stammvater des ‚uralten‘ Schemas“ hin:

.Matt in zwei Zügen (Theodore Herlin, Frankreich, Schachzeitung 1852)




Trauer um Ralf Wander

Ein Nachruf

(Frank Weller nimmt für den SV Markneukirchen Abschied von Ralf)

Eine Nachricht erschüttert unseren Verein und die Schachfamilie im Vogtland und weit darüber hinaus: Am 25. Juli 2026 ist Ralf Wander für immer von uns gegangen. Er war nicht nur unser Vereins- und Mannschaftskamerad, Trainer und Freund – Ralf war ein Mann, der Schach verkörperte, dem das Figurenspiel förmlich durch die Adern floss. Er verbrachte sicher nicht viele Tage, ohne einmal an Schach zu denken, eine Aufgabe zu lösen oder wenigstens den Blick über das Schachbrett gleiten zu lassen, wo noch eine Analyse auf ihn wartete. Im Bezirk Chemnitz muss man wohl niemandem erklären, wer Ralf Wander ist. Zu ikonisch war Ralf mit dem Schachsport in Westsachsen verbunden. Sein Name stand und steht für Schach in Markneukirchen.



Dabei entdeckt Ralf seine Liebe zum Schach gar nicht einmal so zeitig – in seiner Kindheit und Jugend ist für den 1933 Geborenen noch nicht die passende Zeit, sich mit dem Spiel zu beschäftigen. Dafür startet er seine Karriere mit dem Eintritt in die damalige BSG Motor Markneukirchen so beachtlich stark, dass er sich bereits in seinem ersten Jahr für die 1. Mannschaft empfiehlt. Dort bleibt er. Und es geht weiter bergauf. Mit dieser Mannschaft steigt er bis in die DDR-Liga auf. Wer denkt, dass er damit zufrieden den Gipfel seiner Träume erreicht hat, der irrt. Denn eine zweite Karriere lebte bereits parallel – Fernschach. Bereits seit den frühen Sechzigern verschickte Ralf die berühmten Karten ins In- und Ausland. Mit vielleicht sogar noch größerem Erfolg als im Nahschach. 2001 wird er dafür mit der Goldenen Ehrennadel des Fernschachbundes Deutschland geehrt. Aber auch diese zeitaufwendige Sache reicht ihm nicht. Zu eigennützig, findet er. Und so beginnt Ralf zusätzlich eine Trainerlaufbahn mit einer eigenen Schachgruppe an der Erlbacher Schule. Mit wiederum – man wird es kaum glauben – großem Erfolg. In zehn Jahren lehrt er im Alleingang 80 Mädchen und Jungen das Schachspiel. Immerhin spielen heute, ein halbes Jahrhundert später, immer noch drei seiner Schützlinge im Verein (jetzt SV Markneukirchen), zwei davon in der 1. Mannschaft. Unter seinen ehemaligen Schachkindern, nunmehr allesamt selber im fortgeschrittenen Alter, gibt es nicht eines, das sich nicht gerne an die Zeit von damals und an ihn, den Trainer, erinnert. Mit ihnen fährt er zu Spartakiaden und Meisterschaften, zu Mannschaftskämpfen und Trainingslagern. Er macht sie zu Kreismeistern, führt sie aufs Podest bei Bezirksmeisterschaften, fährt mit der Mädchenmannschaft zur Zwischenrunde der DDR-Mannschaftsmeisterschaft und mit den Jungs zur Aufstiegsrunde in die DDR-Liga. Wie viele von ihnen wird er wohl über das Spiel hinaus stark gemacht haben? Ein Trainer aus Berufung und Passion! Jedes Turnier, jedes Talentesondertraining, jedes Punktspiel bedeutete für den Trainer, einen Tag vom freien Wochenende zu opfern und nicht selten, 15 bis 16 Stunden mit Bus und Bahn unterwegs zu sein. Auto fuhr er nicht.

Mädchenmannschaft Erlbach

Wie schaffte er das alles? Hatte sein Tag mehr Stunden, seine Woche mehr Tage? Ralf, der Familienmensch, konnte sich der bedingungslosen Unterstützung seiner Lieben, allen voran seiner Frau Hannelore, versichern. Ohne dass sie ihm den Rücken freihielt und seine Leidenschaft unterstützte, hätte Ralf das weder gekonnt, noch gewollt. Und genau das tat sie. Hannelore setzte sich oft mit Ralf ans Analysebrett, um Erfolg zu feiern und Misserfolg zu teilen. Und nahm so teil an dem, was für ihn  so viel mehr war als ein Hobby. Ralf indes machte nie einen Hehl daraus, dass alles nichts wäre ohne seine Familie und seine Hannelore.

Gab es denn außer Schach nichts für ihn? Ein Wettkämpfer vor dem Herrn brennt natürlich auch für das Kartenspiel und König Fußball. Was für ein Feld für ihn, dem Analysten, aus Strategie, Taktik und Tabellen! Dass sein Enkel ein Torjäger wird, war für den Opa ein Fest!

Darüber hinaus wandert er sehr gerne, liebt es, unterwegs zu sein. Er bereichert so manches Fest mit humorvoller Lyrik, pflegt Freundschaften und Kontakte. Stets knobelt und kniffelt er an irgendwelchen Dingen, ersinnt immer Neues. Die Welt und das Leben stecken doch voller Rätsel und Geheimnisse! Stets hat er Lust am Denken und dem aufmerksamen Betrachten. Ist das dem Schach nicht verdächtig ähnlich? Richtig!

2008 erklimmt er mit der ersten Mannschaft die Höhen der 2. Landesklasse

Ein Bauer weiß, wenn er sich nicht gut um sein Feld kümmert, wird die Ernte übers Jahr schmal. Ralf liebt sein Feld. Und kümmert sich. Für die Entwicklung des Schachsports im Vogtland und dessen Vereinslandschaft engagiert er sich ebenso wie für die Beziehung zum Marktleuthener Schachverein, die er aufbaute und über viele Jahre pflegte. 1996 ruft Ralf zusammen mit Heinz Zöphel die Obervogtlandmeisterschaft ins Leben – ein Turnier vor allem für den Zusammenhalt der obervogtländischen Vereine untereinander. Daraus wird eine gesunde, jährliche Tradition, die erst 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer fällt.

Sein Wirken hinterließ Spuren und wurde geschätzt. Für sein Lebenswerk erhielt Ralf an seinem 80. Geburtstag die Ehrennadel in Gold des Schachverbandes Sachsen.  

Die Stadtmeisterschaft 2020/21, welche bereits nach der 5. Runde wegen der grauen Coronazeit abgebrochen werden musste, war Ralfs letztes Turnier. Danach zog er sich aus dem Turniergeschehen zurück. Nie verlor er jedoch seinen Verein und dessen Stand in Bezirksklasse und -liga aus dem Blick. Nie vergaß er, danach zu fragen, was es denn Neues gäbe und wer in Stadt- oder Vereinsmeisterschaft um die Krone rang. Die Spielberichte und Publikationen wurden ihm ins Haus geliefert und Ralf studierte jede einzelne Zeile, als wäre er dabeigewesen und hätte mitgekämpft. Er freute sich mit dem Verein über die Erfolge von Steilstarter Toni und den anderen Nachwachsenden. Vielleicht sogar ein bisschen mehr noch als über den erneuten Aufstieg der Ersten in die 2. Landesklasse. Denn wenn ein Trainer eins nicht ablegen kann, dann ist es die Förderung und das Werden der Jugend.

Jung gegen Alt: Toni Lutz gegen Ralf Wander im Oktober 2025

Ein langes Leben bekommt Furchen und Narben. Wir sahen, dass Ralfs Lebenskraft wich. Und doch traf es uns unerwartet. Am 25. Juli, mit beinahe 93 Lebensjahren auf dem Zifferblatt, blieb seine Uhr stehen. Für seine Familie, seine Freunde, Bekannten und für uns, die wir über viele Jahrzehnte sein Leben begleiten durften, läuft die Uhr weiter, brachte mit der neuen Stunde Traurigkeit und Erinnerung. Dazu auch die Dankbarkeit für die lange, gemeinsame und gute Zeit mit dem Kameraden, Trainer und Freund Ralf.

SV Markneukirchen

Geschrieben von einem, getragen von allen.

Ralf im Kreise seiner Schachfreunde




Durch Aufgeben wurde noch keine Partie gewonnen

Dortmund dritte Runde so langsam bekommen die jungen Wilden die Gegner, die sie wollen – Großmeister. Da heißt es beherzt zu spielen und sich bietende Chancen zu nutzen.

Der junge 15-jährige FM hat gegen den gestandenen zwanzig Jahre älteren GM zwar eine Qualität mehr, sieht sich aber einem starkem Angriff gegenüber. Es droht Lehbuchhaft 1. .. xxx 2. Sg6+ hxg6 3. hxg6#, aber Schwarz ist zuerst dran. Der junge FM fand keine Lösung und gab auf – ist der Leser dieser Seite derselben Meinung schreibt es in die Kommentare.

Ich beobachte das Turnier, weil FM John Heinrich mitspielt, mit dem ich letztes Jahr in Prag war und mit dem ich dieses Jahr in Olomouc (Olmütz) spielen werde. John hat im vergangenen Jahr einige aufsehenerregende Erfolge erreicht.

In der dritten Runde bekam er es mit einem jungen norwegischen GM zutun:

Im 15. Zug gab es die Chance aber sie war für Menschen alles andere als leicht zu berechnen. John sagt, dass er an 15. .. h6 überlegt hat aber nicht wusste, wie es nach weißer Turmverdopplung auf der a-Linie weiter gehen sollte. Ein schöner Erfolg gegen einen fast 26er GM – eine Partie auf Augenhöhe.




Wertzahlen aktualisiert und Pipeline-Turniere ausgewertet

Die neuen Zahlen sind schon seit dem 25.07. verfügbar. Jetzt sind auch die Turniere aus der „Pipeline“ von Toni Lutz, Clara Fleck, Max Loose und Luis Bethke ausgewertet. Leider reichte es für Max und Luis noch nicht zu einer Zahl, aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Toni gewann gegenüber der Umstufung noch einmal 12 Punkte dazu und führ die Vereinsrangliste mit stolzen 1982 Punkten an. Weitere drei Schachfreunde konnten auch über die 1900er-Marke springen – Frank Weller, Claus-Peter Franke und Steffen Pötzsch.



Clara Fleck machte durch zwei 100%-Turniere einen Riesensatz in der Liste und steht nun bei 1519.




Neue Wertungszahlen – Warten auf die große Zahl

Seit einiger Zeit tut sich auf der DWZ-Seite des Deutschen Schachbundes nichts mehr, da seit dem 7.6. eine Übergangszeit läuft, die eigentlich heute am 22.7. beendet sein sollte (Infoseite beim Schachbund). Einige Schachfreunde, so auch der Autor, waren enttäuscht, als sie heute morgen keine Veränderung an den Zahlen feststellen konnten.

Dabei werden die Zahlen intern schon für neue Turniere genutzt (z.B. DSAM Finale in Dresden beim Schachgipfel nach Aussage von Frank Jäger). Auch der ChessManager scheint auf die neuen Zahlen zugreifen zu können. Ich habe eine DWZ Liste unseres Vereins mit den Zahlen aus dem ChessManager erstellt:

Es scheint sich aber nur um die mit der Formel umgerechneten Zahlen zu handeln, Toni und Clara haben noch nicht ausgewertete Turniere in der Pipeline, die noch zu Veränderungen führen könnten.




Problemschach: Fast vierzig Jahre bis zur zweiten Veröffentlichung

Nach der überraschenden Veröffentlichung des ersten Problems (1. Beitrag). Vergingen fast vierzig Jahre, bis wieder ein Problem zur Veröffentlichung anstand. Nachkriegszeit und Arbeit ließen das Problemschach in den Hintergrund treten. Erst in den siebziger Jahren beschäftigte sich Albrecht Kunze wieder mit Schachproblemen erst einmal ohne spezielle Anregung oder gar Anleitung.

Wegen der Veröffentlichung nahm AK dann Kontakt mit dem bekannten Betreuer der Problemsparte in der Zeitschrift Schach Manfred Zucker auf. Es entwickelte sich ein fruchtbarer Schriftwechsel, der auch weitere Kontakte eröffnete. Leider fehlt in dem mir vorlegenden Büchlein die Seite mit der zweiten Veröffentlichung, so das wir hier mit der Nr. 3 fortfahren.

Symmetrie ist Trumpf von Albrecht Kunze (Halle) am 06.03.1980 im „Deutschen Sportecho“

Später verbesserte AK die Aufgabe, so sollte sie für ihn nun nur noch gelten:




Toni bei der Deutschen Meisterschaft im Schach960

Seit heute laufen die Partien beim Schachgipfel in Dresden. Von unserem Verein spielt Toni Lutz bei der Deutschen Meisterschaft im Schach960 mit ausgelosten Anfangsaufstellungen mit. Die Turniere finden im Spiellokal der Schacholympiade 2008 statt. Toni hat uns mit einigen Fotos versorgt.

Nun zum Schach. in den ersten beiden Runden hat Toni gegen besser gesetzte Spieler verloren, um dann in der dritten Runde einen leichten Sieg einzufahren.

Runde 1 – ein FM

Runde 2 – ein junger Rivale

Runde 3 – endlich der erste Sieg




Ausschreibung der Stadtmeisterschaft 2026/2027

Sachsen hat schon Ferien, in Bayern liegt das Schuljahr in den letzten Zügen, aber die Planungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren. Hier kommt nun die Ausschreibung für die neue Stadtmeisterschaft. Bis auf im März findet sie immer am letzten Donnerstag im Monat statt. Im März wäre das der Gründonnerstag, der für das Osterblitz reserviert ist, deshalb dann am vorletzten Donnerstag.




Hobby Problemschach

Von der näheren Verwandtschaft habe ich aus einem Nachlass ein Büchlein des Problemkomponisten Albrecht Kunze aus Halle erhalten, der Schach wohl ein Leben lang als Hobby betrieben hat.

Seine erste Veröffentlichung fiel in die Zeit des zweiten Weltkriegs und erschien am 30.11.1940 im „Hamburger Fremdenblatt“

Weiß am Zug setzt in zwei Zügen matt (Lösung folgt später)

In seinen Erinnerungen veröffentlicht Albrecht Kunz eine Entstehungsgeschichte

  • 1. Entwurf Juli 1933 in Halle
  • 2. Entwurf 22.11.1939 ebenda
  • Fertigstellung in einer Wachnacht auf einem Flugplatz in Esbjerg (Dänemark) Anfang November 1940

Leider sind die ersten Entwürfe nicht mehr vorhanden.