Bittere Lehrstunde für Neikirngs Nachwuchs

Endlich einmal ein gesamtsächsisches Nachwuchsturnier und dann auch noch ein Mannschaftsturnier, so etwas hat lange gefehlt. Andere Bundesländer waren hier viel aktiver und richten mehrere Turniere online aus. Ein Großer Dank gilt hier den Organisatoren um Jörg Fritzsche (SV Dresden-Leuben). Mit dem genialen Tool der Schachfreunde Kehlheim gelang es, 65 Mannschaften mit über 260 Spielern in sechs Staffeln problemlos zu verwalten. Für unsere Spieler wurde es zu einer Lehrstunde im online-Schach.



Zu unserem Markneukirchner Abschneiden ist zu sagen, dass sich die lange Trainingspause deutlich in den Ergebnissen widerspiegelt. Uns fehlt offensichtlich die Erfahrung. Oft blitzen in einzelnen Situationen taktische Raffinesse, Killerinstinkt und Schachverständnis auf, um im nächsten Moment von einem dummen Fehler wieder zunichte gemacht zu werden. Magere vier Zähler aus 23 Partien standen am Ende auf der Habenseite (fünf aus 26, wenn Reinhards Abschneiden für König Plauen mitgerechnet wird). Die anderen Spieler hatten oft schon Onlineschach-Erfahrung aus hunderten Partien, während unsere Markneukirchner Spieler oft nicht viel mehr als zehn Partien in ihrer Liste stehen haben. Manche Spieler schlugen auch in der Liga C mit Lichess-Zahlen von über 2000 auf, da ist man als Gegner schon vor dem ersten Zug beeindruckt. Insgesammt war es doch eine bittere Lehrstunde für unser Team.

Teilnehmerliste: Auch nach Setzliste standen wir auf dem letzten Platz
Leider wurde es in der Abschlusstabelle nicht besser

Mikka stand am ersten Brett oft auf verlorenem Posten, seine Gegner waren mehrere Jahre älter und schon länger im Internetschach unterwegs. Antons Partien ließen häufig Hoffnung auf einen vollen Punkt aufkeimen, das halten wir positiv fest. Leider konnte er seine Chancen noch nicht konsequent nutzen. Trotzdem ist er gemeinsam mit Kai Uwe Neubert unser Top-Scorer. Unser Küken Rüdiger zeigte in der ersten Runde eine ganz starke Partie, die er leider verlor. Das nahm ihm etwas den Schneid für die nächsten Partien. Kai Uwe ist unser Spieler mit der geringsten Erfahrung, es freut mich, dass er auch 1,5 Punkte erringen konnte.

Die Einzelergebnisse unserer Spieler

Turnierseite




Schiller-Gymnasium Hof – Gymnasium Markneukirchen

In dieser wettkampfarmen Zeit gelang es, einen Online-Mannschaftskampf zwischen den beiden Schulen zu organisieren. Die Umstände waren schwierig, da die Hofer im Distanz- und die Markneukirchner im Wechselunterricht sind. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – die Markneukirchner beeilten sich auf dem Heimweg und die Hofer blieben länger in der Videokonferenz beim Wahlunterricht.



Fortschrittstabelle

# Mannschaft 1 2 MP BP SoBerg
1 Gym. Markneukirchen 2 3 6
2 SGH Hof 2 3 6

Weitere Informationen zum Turnier finden Sie hier

Wir spielten an drei Brettern, da auf Hofer Seite leider nur drei Spieler konnten. Gespielt wurde mit einer Bedenkzeit von 5min + 3s in Hin- und Rückrunde. Konnte Markneukirchen die erste Runde mit 2:1 für sich entscheiden, so gelang Hof in der zweiten Runde der glückliche Ausgleich. Der Mannschaftskampf endete somit mit einem leistungsgerechten Unentschieden.

Die besten Spieler waren Reinhard Atze für die Musikstädter und Da Pun für das Schiller-Gymnasium. Ihnen gelang das Kunststück beide Partien zu gewinnen. Da Pun muss dabei im Bunde mit der Glücksgöttin im Bunde gewesen sein, aber er sicherte den Hofern das Unentschieden.

Luisa Woywode und Kai Neubert auf Markneukirchner Seite merkte man die lange Spielpause an. Es waren aber gute Ansätze zu sehen. Am Sonntag heißt es Daumen drücken, wenn die Markneukirchner Spieler im sächsischen Online-Turnier an den Start gehen.

Fortschrittstabelle

# Mannschaft 1 2 MP BP SoBerg
1 Gym. Markneukirchen 2 3 6
2 SGH Hof 2 3 6

Weitere Informationen zum Turnier finden Sie hier




Eine Lady und vier Musketiere

Zum ersten Online-Teamkampf wurden wir aus Bayern eingeladen. Recht kurzfristig fanden sich fünf Spieler die die Farben des Teams SV Markneukirchen trotzt Corona würdig vertraten. Unter zwanzig angemeldeten Teams erreichten wir einen hervorragenden 4. Platz – nicht auszudenken, was mit zwei drei Spielern mehr möglich gewesen wäre.



Die Markneukirchner Spieler Ute Sadewasser (Gute_Ute), Reinhard (Schach_Padawan) und Burkhard Atze (I_am_RealPatzer) wurden von Markus Fenderl (VascoBalboa) aus Waldkirchen und Lucas Frischmann (frischluc) unterstützt. Besonders Markus spielte ein herausragendes Turnier. In der Einzelwertung erreichte er einen hervorragenden 4. Platz. Die anderen Spieler spielten ausgeglichen gut.

Fast alle Spieler konnten sich nach dem Turnier über ein kleines Ratingplus auf Lichess freuen. Es hat denke ich großen Spaß gemacht und sollte dringend – vielleicht mit mehr Vorlauf wiederholt werden.

[Turnier-Link]

[Team-Rangliste]

[Partiedownload]




Montag abend Mannschaftskampf

Für einen beim Schach eher ungewöhnlichen Termin wurden wir zu einem Mannschaftskampf eingeladen. Montag abend 20:00 Uhr zur besten Prime-TV-Zeit. Ich würde mir wünschen, dass einige aus unserem Team dann den Computermonitor vorziehen. Es geht darum wieder einmal als Mannschaft aufzutreten. Ein Gefühl, dass man fast schon vergessen hat.



Wenn ihr für den SV Markneukirchen (Link zum Team) antreten wollt, dann meldet euch beim Turnier an (sonst bitte nicht 😉 ) Link zum Turnier: https://lichess.org/tournament/Dv8rFCTp




Bierkules letzter Streich

Wie im letzten Jahr stehen nach dem Turnier 59 Spieler in der Teilnehmerliste, allerdings spielten diesmal nur 4 keine Partie. Wir kommen somit auf 55 aktive Teilnehmer – Rekord für Markneukirchner Online-Turniere. Nur zweimal schafften wir es in Präsenzveranstaltungen mit 57 Teilnehmern ein größeres Feld an den Start zu bringen. Damals spielten wir noch im Gasthof Wohlhausen, das Gebäude ist inzwischen längst abgerissen.



Dieses Jahr ging es an der Spitze äußerst knapp zu. Nach vielen Wechseln an der Spitze konnte sich letztendlich Bierkules durchsetzen. Wenn mich nicht alles täuscht, verbirgt sich hinter dem Nickname ein Spieler, der das Turnier auch schon in einer Präsenzveranstaltung gewinnen konnte. Ihm gelang es als einzigem 30 Punkte zu erreichen. Es folgen drei Spieler, die 29 Punkte auf sich vereinigen konnten. FutureFM04, ein preisberechtigter Spieler aus Niesky, und FM cruiskeen, ein bekannter sächsischer Nachwuchstrainer und sehr starker Spieler, schafften es auf das Podest.

Preisträger:

  1. FutureFM04 aus Niesky
  2. VascoBalboa für des SV die SG Waldkirchen
  3. Joinyboy aus Plauen (für den VSC)

Die ausgelosten Preise gehen an:

  • Beverly_Hills_Cop für den SV Treuen
  • Shoheiden für den SV die SG Waldkirchen
  • Ben Wagner für Muldental Wilkau-Haßlau

Demnächst erhalten alle Preisträger Post. (Ich bitte die Freunde von der SG Waldkirchen um Verzeihung für meinen Namens-Fauxpas)

Der Autor hat seine Partien während des Turniers auf Twitch übertragen: Übertragung




Schaffen wir den Rekord?

Beim letzten Online-Osterblitz standen 59 Teilnehmer in der Listen, von denen 53 aktiv gespielt hatten. (Bericht vom April 2020) Stand heute 21:00 Uhr haben wir 28 Anmeldungen in der Liste. Preisberechtigt sind aber nur die Schachfreunde, die sich per Mail anmelden, wie in der Ausschreibung beschrieben.



Angemeldet und preisberechtigt, sind folgende Spieler:

  • FutureFM04
  • Joiniboy
  • Fischstaebchen
  • Kokosnuesschen
  • Logeleien
  • Gute_Ute
  • I_am_RealPatzer
  • Schach_Padawan
  • Beverly_Hills_Cop
  • GrazerSchwachspieler
  • jegr-2020

Ladet eure Freunde mit ein – wir wollen mit euch gemeinsam Spaß haben.

Hier noch einmal der Link zum Turnier: https://lichess.org/tournament/YVGqtV71




Osterblitz kein Aprilscherz

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Doch verloren scheint des Schachspielers Glück;
Leer und kahl wirkt des Brettes Fläche,
Nur online holen wir Spielspaß zurück.
Der Lockdown dauert schon ein ganzes Jahr,
Die Lethargie greift um sich, doch
Die Friseure kürzen nun wieder das Haar,
Wir bäumen uns auf, kriechen aus jedem Loch.
Wir ehren die Tradition, spielen unser Turnier
Und hoffen ihr liebt uns dafür.
Wir laden Euch ein, das ist kein Scherz
Zum Markneukirchner Osterblitz am 1. April nicht im März.

frei nach J.W. Goethe

Am 1. April findet das diesjährige Osterblitzturnier wieder auf lichess.org statt. Wir spielen im Arena-Modus ohne Berserker und Strähne mit klassischen 5min ohne Bonus. Los geht es um 19:00 Uhr und dauert 2 Stunden.

[Turnierseite]

Wir freuen uns auf viele Freunde, die mit uns der Lockdow-Lethargie entgehen wollen.




Der Schachverein trauert um Siegfried Dreier

Das freudlose Jahr 2020 ist mit grauen Nachrichten noch nicht fertig. Wir trauern erneut um einen Sohn unseres Schachvereins. Im Alter von 86 Jahren ist unser Siegfried Dreier von uns gegangen und lässt uns ratlos zurück. Das Virus, das derzeit unser aller Tage bestimmt, sucht sich seine Opfer nicht aus, sondern schaufelt zufällig und sinnlos Gräber. Wir stehen an Siegfrieds Grab und wollen nicht glauben, dass der lebensfrohe Mann aus unserer Mitte gerissen wurde. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie – seiner Frau Renate, seinen Kindern Evi und Frank, seinem Schwiegersohn Holger und seinem Enkel Daniel.

Ich nenne Siegfried als „Sohn unseres Schachvereins“, obwohl er genauso gut als einer der Väter gilt. Als sich die Sektion Schach der BSG Motor Markneukirchen 1990 zur Gründung des unabhängigen Schachvereins Markneukirchen e.V. entschloss, war Siegfried der erste, also der Gründungsvorsitzende des jungen Vereins. Für ihn gab es nicht viel nachzudenken, als er gefragt wurde, ob er es denn machen wolle. Natürlich machte er das. Seit Mitte der Siebziger war er ja schon der Sektionsvorsitzende in der BSG. Jetzt hieß es, sich fit zu machen auf neuem Gebiet – dem Vereinsrecht. Zusammen mit Ute und Benno stemmte er das, musste nebenbei lediglich seine Werkstatt in die westdeutsche Marktwirtschaft überführen. Wer sich erinnern möchte: Auch hier änderte sich bis auf sein eigentliches Handwerk alles. Wieviel Kraft wird ihm das alles gekostet und gegeben haben?

Im Sektionsbuch der BSG Motor Markneukirchen wurde Sig zum ersten Mal 1951 genannt – also gewissermaßen urkundlich erwähnt – als er im Alter von 17 Jahren erstmals am Spielbetrieb der Erwachsenen teilnahm. Wer weiß, wie lange der junge Siegfried da schon Schach gespielt hat. Im Hause Dreier war Schach zu spielen eine Selbstverständlichkeit, waren der Vater und dessen Brüder doch drei Große des Schachs in Markneukirchen. Und weil Traditionen in der Familie damals wie heute hochgehalten wurden, war es nur folgerichtig, dass Sig nicht nur in der elterlichen Werkstatt lernte und arbeitete, sondern auch schachsportlich in die Fußstapfen vom Vater und den beiden Onkels trat. Das, was man von ihm erwartete, erfüllte Sig mit absoluter Zuverlässigkeit. Er machte seinen Meister, übernahm daheim die Werkstatt und – spielte natürlich weiter Schach. 69 Jahre sind es allein seit dem ersten Auftritt bei den Erwachsenen geworden.

Zeig mir, wie du Schach spielst und ich weiß, wer du bist. Unser Schachspiel reflektiert so oft unsere Einstellung zum Leben, unseren Charakter. Siegfrieds Schachspiel war der friedlichste Krieg seit Egmont Schmidt. Gegen sein Damengambit gewinnen zu wollen, war wie der Kampf gegen Troja, in dem die Trojaner dieses blöde Pferd zur Abwechslung mal nicht reinlassen. Hatte man sein Pulver verschossen und beim Zählen festgestellt, dass man eigentlich zu viel reingesteckt hatte, war das allerdings auch kein Beinbruch – das Remis bekam man allemal noch vom Sig. Er wollte ja von Anfang an nicht mehr. Sig spielte einfach gerne Schach – das war ihm wichtig – nicht so sehr das Ergebnis, solange er nur für sich spielte. Sein Donnerstagabend war dem Schach verschrieben, die eigene Partie war lediglich ein Teil dieses Abends. Es wurde gegessen, ein, zwei Bierchen getrunken, ein paar Späßchen gemacht, getratscht, geschachsimpelt, Vereinspflichten absolviert („Habt ihr Geld mit?“) und nebenbei eine Partie gespielt. Ganz anders am Sonntag. Da war Mannschaft. Da ging’s um was. Mit 83 holte Sig noch anderthalb Punkte aus den zwei Partien, die er in dieser Saison spielte. Aber da war es schon ruhiger um ihn, da war er schon ein bisschen müde. Nicht mehr der große Hero vom Mai ´79, wo er mit einer fulminanten Leistung als Ersatzmann in der DDR-Liga den zweiten Klassenerhalt entscheidend mit rettete. Am Abend zuvor wurde in der Mannschaft eigentlich schon der Abstieg gefeiert.

Ganz vorne in den Tabellen tauchte Sig zwar eher selten auf, aber es gab diese Erfolge. Wisst ihr noch, wie der Stadtmeister 2000 hieß? Da sammelte er die meisten Punkte und gewann die erste Markneukirchner Stadtmeisterschaft des jungen Jahrtausends. Jedoch nicht ausschließlich die zählbaren Punkte oder Siege zeichnen den Schachspieler aus. Sie lassen dich zwar Turniere gewinnen und machen dich zu einem leistungsstarken Schachspieler, aber zu einem richtig guten Schachspieler und wertvollen Mannschaftskameraden wirst du nur, wenn du weitere Kriterien erfüllst. Das sind Tugenden wie Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Uneigennützigkeit, und es fällt mir nicht schwer, Siegfried diese zuzuordnen. Nicht zu vergessen die Kunst, sich selber nicht zu wichtig zu nehmen. Ich denke, niemand von denen, die ihn kannten, wird mir hier widersprechen.

Ich habe Sig kaum einmal in richtig schlechter Laune gesehen. Natürlich wurde mal geschimpft, wenn die Jungen am Donnerstagabend wieder so laut waren, dass Sig sein eigenes Remisangebot nicht mehr hörte, aber das war schon die Ausnahme. Vielmehr sind es die ungezählten Späße, an die man sich erinnert. Immer Schelmereien im Kopf, hier ein flotter Spruch („Geh her, etze wirst g’rupft!“), da ein kleiner Streich und immer die diebische Freude daran – das waren Sigs Markenzeichen. So war er auch noch, solange wir regelmäßig im Paulusschlössl spielten. Damals, vor der Zeit, in der so vieles kaputtging.

Ich wünsche mir die Zeit zurück, als wir uns noch nicht bewusst waren, dass es einmal die gute, alte Zeit sein würde. Ich wünsche mir meinen Verein zurück, und die Mannschaft, und die Späße vom Sig. Als auch er noch der Alte war.

Frank Weller                                                                                                          im Dezember 2020




Vereinsabend ausgesetzt

Die Infektionslage in Markneukirchen hat uns dazu bewogen, das Training bis auf Wiederruf auszusetzen. Zwar dürften sich Vereine noch bis zu 25 Mitgliedern zusammenfinden, aber die Fürsorgepflicht für unsere Mitglieder bewog uns zu diesem Schritt.

Der Start der Markneukirchner Stadtmeisterschaft verschiebt sich um mindestens einen Monat, da das Treffen mit vereinsfremden Schachspielern unter der Allgemeinverfügung des Landrates nicht möglich wäre.

Bleibt gesund, wenn die Lage sich bessert, sehen wir uns wieder am Brett.




Corona-Ausbruch verhindert Saisonabschluss

Leider ist Markneukirchen in dieser Woche in die Schlagzeilen geraten. Relativ viele Fälle in unserer Stadt sorgten auch dafür, dass sich einige Schachspieler in Quarantäne begeben mussten. Die erste Mannschaft versuchte ihr Spiel zu verlegen, während die zweite Mannschaft leider absagen musste. In der zweiten Bezierksklasse handelt es sich um die letzte Runde, in der keine Spiele mach hinten verlegt werden können.

Für die zweite Mannschaft ist es in sofern besonders traurig, da sie ja um den Staffelsieg mitspielte. Nun steht leider ein kampfloses 0:8 auf dem Spielzettel. Die Mannschaft hat sich aber in dieser Saison prima geschlagen, besonders die jungen Spieler konnten teils deutliche Wertzahlzuwächse generieren.

Hoffen wir, dass sich die Lage wieder normalisiert und wir bald wieder richtig am Brett sitzen können, ohne ein spezielles Hygienekonzept befolgen zu müssen.