Problemschach: Vorläufer, Duplizitäten und Schemata

Die Geschichte des Problemschachs ist lang. So passiert es oft, dass ein Problemkomponist feststellen muss, dass eine eigene Schöpfung gar nicht einzigartig ist. An einem Beispiel soll das in diesem Beitrag verdeutlicht werden. Zuvor wollen wir uns aber um die Lösungen aus der letzten Aufgabe kümmern.

Symmetrie

Neue Aufgabe und das Problem der Vorläufer

Matt in 2 Zügen (Albrecht Kunze, Urdruck, Tribüne, 06.03.1981)

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung dieser Aufgabe, erschien in „Der neue Weg“ am 08.03.1986 der folgende Zweizüger:

Matt in zwei Zügen (Lajos Riczu, Ungarn)

Albrecht Kunze bat den Problem-Papst der DDR Manfred Zucker um eine kurze Kritik zu dieser „Duplizität“. Ist es eine Verbesserung der älteren Aufgabe oder nur ein merkwürdiger Zufall? Die Ähnlichkeiten springen jedenfalls ins Auge.

Manfred Zucker antwortete wohl sehr ausführlich auf diese Anfrage. (Leider liegt mir der Briefwechsel nicht vor.) Er wies in seinen Ausführungen unter anderem „auf folgenden Stammvater des ‚uralten‘ Schemas“ hin:

.Matt in zwei Zügen (Theodore Herlin, Frankreich, Schachzeitung 1852)




Problemschach: Fast vierzig Jahre bis zur zweiten Veröffentlichung

Nach der überraschenden Veröffentlichung des ersten Problems (1. Beitrag). Vergingen fast vierzig Jahre, bis wieder ein Problem zur Veröffentlichung anstand. Nachkriegszeit und Arbeit ließen das Problemschach in den Hintergrund treten. Erst in den siebziger Jahren beschäftigte sich Albrecht Kunze wieder mit Schachproblemen erst einmal ohne spezielle Anregung oder gar Anleitung.

Wegen der Veröffentlichung nahm AK dann Kontakt mit dem bekannten Betreuer der Problemsparte in der Zeitschrift Schach Manfred Zucker auf. Es entwickelte sich ein fruchtbarer Schriftwechsel, der auch weitere Kontakte eröffnete. Leider fehlt in dem mir vorlegenden Büchlein die Seite mit der zweiten Veröffentlichung, so das wir hier mit der Nr. 3 fortfahren.

Symmetrie ist Trumpf von Albrecht Kunze (Halle) am 06.03.1980 im „Deutschen Sportecho“

Später verbesserte AK die Aufgabe, so sollte sie für ihn nun nur noch gelten:




Hobby Problemschach

Von der näheren Verwandtschaft habe ich aus einem Nachlass ein Büchlein des Problemkomponisten Albrecht Kunze aus Halle erhalten, der Schach wohl ein Leben lang als Hobby betrieben hat.

Seine erste Veröffentlichung fiel in die Zeit des zweiten Weltkriegs und erschien am 30.11.1940 im „Hamburger Fremdenblatt“

Weiß am Zug setzt in zwei Zügen matt (Lösung folgt später)

In seinen Erinnerungen veröffentlicht Albrecht Kunz eine Entstehungsgeschichte

  • 1. Entwurf Juli 1933 in Halle
  • 2. Entwurf 22.11.1939 ebenda
  • Fertigstellung in einer Wachnacht auf einem Flugplatz in Esbjerg (Dänemark) Anfang November 1940

Leider sind die ersten Entwürfe nicht mehr vorhanden.